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Halstenbek : Ja zum Containerdorf für Flüchtlinge

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Standort am Wolfgang-Borchert-Gymnasium: Ausschuss-Trio segnet Kosten von 390.000 Euro ab. Mietwohnungen weiter gesucht.

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erstellt am 30.Apr.2015 | 14:00 Uhr

Halstenbek | Wiebke Themann, Heiner Kohlhagen und Volker Dannhauer hatten leichtes Spiel. Die Vorsitzenden der Sozial-, Bau- und Finanzausschüsse Halstenbek konnten am Dienstagabend nach 30 Minuten notieren: breiter, einstimmiger Schulterschluss für den „Ankauf der Containeranlage Wolfgang-Borchert-Gymnasium und Umbau ab den Sommerferien für die Unterbringung von Flüchtlingen“.

Die Entscheidung beinhaltet, dass die Containeranlage am jetzigen Standort bleibt. Auch von den errechneten Kosten in Höhe von etwa 395  000 Euro ließen sich die Kommunalpolitiker nicht abschrecken. Die Summe wird als projektbezogener Nachtrag 2015 angemeldet, heißt es in der Vorlage.

Die Container umzubauen, lohnt sich. Sie sind erst vier Jahre alt und nach einer Expertise in gutem Zustand. Zudem verfügt die Containeranlage über eine unbefristete Nutzungsgenehmigung.

Brandschutznormen werden erfüllt, Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge können im Ernstfall über eine direkte Zuwegung vorfahren. Versorgungsleitungen und Anschlüsse an Wasser und Strom sind vorhanden – „abgesehen von der Schmutzwasserleitung, die möglicherweise neu verlegt werden muss“, heißt es einschränkend.

Platz für 25 Flüchtlingsunterkünfte

Die Fünf-Klassencontainer werden somit Platz bieten für 25 Flüchtlingsunterkünfte. Die Kostenprognose im Detail: Der Kaufpreis liegt bei 95.000 Euro, der Umbau bei 150.000 Euro. Die Möblierung beziehungsweise Ausstattung verschlingt 40.000 Euro, der Schmutzwasser-Anschluss liegt bei 40.000 Euro. Zudem wird eine Rücklage für Unvorhergesehenes eingestellt. Höhe: etwa 10.000 Euro.

Für Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann (parteilos) kommt die rasche Entscheidung gelegen. Denn der Druck auf die Kommune ist groß. Mit dem Umbau des ehemaligen Jugendtreffs und VHS-Gebäudes „A23“ am Neuen Weg für Studenten- und Flüchtlingswohnungen – Kosten: 500.000 Euro – sowie den Containern am Gymnasium werden in diesem Jahr laut Hoß-Rickmann etwa 57 Plätze für Asylbewerber geschaffen.

Eine Perspektive, die auch SPD-Fraktionschef Christoph Bittner gestern begrüßte: „Eine dezentrale Unterbringung trägt entscheidend dazu bei, dass möglichst wenig Konflikte entstehen. Deswegen möchten wir keine Ghettobildung, sondern die Flüchtlinge an verschiedenen Standorten verteilt über das Gemeindegebiet unterbringen. Die beschlossene Maßnahme leistet einen Beitrag zu diesem Ziel.“ Und: „Ein Umzug der Kita Schule Bickbargen in die Container ist endgültig vom Tisch. Die Kita bleibt an ihrem Standort, bis der Neubau einer Kita auf der momentanen Parkplatzfläche des Gymnasiums fertig ist.“

Dass es möglicherweise Konflikte mit Nachbarn am Gymnasium sowie am ehemaligen „A23“ geben könnte, will die Bürgermeisterin gleich im Keim ersticken. Und bietet für Montag, 11. Mai, ab 18 Uhr im „A23“ sowie am Donnerstag, 11. Juni, 18 Uhr im Borchert-Gymnasium, jeweils eine Infoveranstaltung für Betroffene an.

Die Gemeindeverwaltung sucht weiterhin Wohnungen zum Anmieten. Vermieter können sich bei Susann Podschus unter 04101-491157 oder im Internet unter info@ halstenbek.de melden.
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