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Säure-Attacke in Pinneberg : „Ja, ich gebe es zu, ich wollte sie töten!“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Seit einer Woche steht Birol K. vor Gericht: Gestern berichtete die einsatzleitende Polizeibeamtin im Zeugenstand, dass selbst sie Angst vor dem Angeklagten hatte.

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Polizeibeamte und Augenzeugen haben gestern am Landgericht Itzehoe berichtet, wie sie die Geschehnisse am 20. Juli 2013 wahrnahmen. Als Birol K., so klagt die Staatsanwaltschaft, in Pinneberg versucht haben soll, seine Ehefrau mit Salzsäure und einem Messer zu ermorden.

Zeugin Kerstin H. sei auf dem Heimweg gewesen, als ihr das Ehepaar in der Richard-Köhn-Straße entgegenkam. „Zunächst habe ich gedacht, die beiden rangeln sich“, sagte die 40-Jährige. Doch dann habe sie gemerkt, dass ihre Beobachtungen kein Spaß seien und versucht, die Situation durch Schreien aufzulösen. Als dies nicht funktionierte, habe sie die Polizei verständigt. Denn dass Birol K. mit Säure und einem Messer auf seine Ehefrau losgegangen sein soll, habe sie erst später erfahren. Während der Tat habe sie lediglich gesehen, wie Birol K. seine Frau in den Unterleib boxte und wie diese sich mit ihrer Handtasche zur Wehr gesetzt habe. Auch die Säure habe sie zu dem Zeitpunkt noch für Alkohol gehalten. Denn sie sei davon ausgegangen, dass Birol K. betrunken war. „Weil der Mann tagsüber eine Flasche in der Hand gehalten hat und mitten auf der Straße eine Frau schlägt“, sagte sie. Noch bevor die Polizei am Tatort eingetroffen sei, habe die verletzte Ehefrau in einen Transportwagen flüchten können, dessen Fahrer dann mit ihr weitergefahren sei. Birol K. sei daraufhin in sein Haus geflohen.

Die einsatzleitende Polizeioberkommissarin Ariane W. berichtete vor Gericht, dass sie erst in der Richard-Köhn-Straße eintraf, als Birol K. das Haus wieder verließ. „Meine Kollegen bewachten das Haus und als er kam, stellten wir uns in einem großen Halbkreis vor die Tür, denn er hatte ein Messer dabei und ich entschied: ‚Er darf hier nicht weg.‘“. K. soll geschrien haben: „Ja, ich gebe es zu, ich wollte sie töten!“ Danach habe er die Polizisten mit dem Messer bedroht, während diese auf das Eintreffen des Sondereinsatzkommandos warteten. „Das war die erste Situation in meinem Dienstleben, in der ich meine Waffe entsichert habe, weil ich Angst hatte“, sagte W.

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