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Bangen um Kita Ostermannweg : Ist die Kita für ein Jahr gerettet?

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sanierungsfall - die Kita Ostermannweg stand kurz vor der Schließung. Stadt ebnet Weg für Übergangslösung. Die Kirche zögert.

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erstellt am 02.Jun.2017 | 12:00 Uhr

Pinneberg | Es klang zunächst nach guten Nachrichten für Eltern und Erzieher der Heilig-Geist-Kindertagesstätte am Ostermannweg in Pinneberg: Das notwendige Geld für die Akutschäden wird freigegeben. Das Rechnungsprüfungsamt habe zugestimmt, teilte Heiner Koch, zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus, am Mittwochabend während des Sozialausschusses mit. Damit wäre der Betrieb für das kommende Kita-Jahr gesichert. Doch der Träger hält sich bedeckt und war gestern für Nachfragen unserer Zeitung nicht zu erreichen. Informationen gab es lediglich über Maren Uschkurat, Sprecherin der Stadt. Der Träger wolle sich intern noch darüber abstimmen, wie es weitergeht. Zum jetzigen Zeitpunkt steht also offiziell noch nicht fest, ob die Kita geöffnet bleibt.

Dabei waren die Eltern frohen Mutes. „Das ist ein Etappensieg“, kommentierte Kristin Breuer, eine der betroffenen Mütter, gestern die Nachricht der Stadt. „Aber wie geht es danach weiter?“, fragte sie. Etwa 20 Eltern und Erzieher hatten während der Ausschusssitzung eine Unterschriftenliste für den Erhalt der Kita an die Verwaltung übergeben. Fast die Hälfte der Anwesenden nutzte die Einwohnerfragestunde, um ihre Unsicherheit zum Ausdruck zu bringen. Sie forderten Planungssicherheit.

Denn Fakt ist: Die Kita ist fast 50 Jahre alt und sanierungsbedürftig. Die Stadt hat für die Akutschäden 40.000 Euro freigegeben. Insgesamt belaufen sich die Sanierungskosten allerdings auf eine weitaus größere Summe: 600  000 Euro. Das Kita-Werk hatte bei der Stadt angeklopft. Weil die Kirche ihren Eigenanteil nicht mehr bezahlen kann, soll die Stadt einspringen und auch ihren Anteil von 50 Prozent komplett übernehmen. „Dass so kurzfristig kein Geld mehr da war, hat uns kalt überrascht“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Meyer an die Eltern gewandt. Der Antrag für eine Machbarkeitsstudie für einen Neubau sei bereits im Januar 2015 eingegangen. Er warf dem Träger vor, es sich sehr leicht zu machen.

Das Kita-Werk sieht das allerdings anders: Grundsätzlich sei die Stadt dafür verantwortlich, dass es genügend Kindergartenplätze gebe, schreibt Pastor Harald Schmidt, der auch Vorsitzender des Vorstands des Kindertagesstättenwerks Pinneberg ist, in der neuesten Ausgabe des Kirchenblattes „aktuell“. Die Heilig-Geist-Kirchengemeinde habe in den vergangenen Jahren mehr als 30.000 Euro aus eigenen Mitteln in den Notunterhalt investiert. „Über weitere Mittel, die zu diesem Zweck genutzt werden könnten, verfügt die Gemeinde nicht“, schreibt Schmidt. Er stellt in Frage, ob ein Neubau überhaupt noch kirchlich betrieben werden könne. Laut Uschkurat trafen sich gestern Vertreter der Stadt und der Kirche zu Gesprächen. Wer den Neubau bezahlt, ist Kristin Breuer egal. Sie hofft nur, dass er kommt. Sie sei auf die Kita angewiesen. Ihre vierjährige Tochter besucht sie bereits, die zweijährige soll im Sommer folgen. Die Personalberaterin in Vollzeit finde keine Kita mit Betreuungszeiten von 8 bis 17 Uhr. „Überall sind lange Wartelisten“, sagt sie. Außerdem sei sie zufrieden mit dem christlichen Konzept.

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