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Kreis Pinneberg : Ist die Altersarmut etwa unumkehrbar?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Sozialverbands-Kreisvorsitzende Tenor-Alschausky sieht für die Zukunft schwarz.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2016 | 12:15 Uhr

Kreis Pinneberg | „Keine Gesellschaft hält es auf Dauer aus, wenn immer mehr Menschen von Altersarmut betroffen sind“, sagt  Siegrid Tenor-Alschausky, Kreisvorsitzende des Sozialverbands. Sie warnt  davor, die Zahlen des gerade erschienenen Armutsberichts des Paritätischen Gesamtverbands falsch zu interpretieren. Die Fakten hören sich nämlich gar nicht mal so schlecht an. In Schleswig-Holstein waren zuletzt 13,8 Prozent der Menschen von Armut bedroht. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im Jahr zuvor. Im Kreis Pinneberg ist  laut der Untersuchung sogar  nur jeder Zehnte von Armut bedroht (10,1 Prozent). Bundesweit liegt der Anteil bei 15,4 Prozent.

Tenor-Alschausky befürchtet aber  gerade bei den Senioren einen starken Anstieg der Zahlen. Demnächst erreiche die Generation mit unterbrochenen Erwerbsbiographien das Rentenalter, erklärt sie. Deren Ansprüche seien so gering, dass sie davon nicht leben können.  Zwischenzeitliche Arbeitslosigkeit, Beschäftigung im Niedriglohnsektor – all das sind aus Tenor-Alschauskys Sicht Probleme, die zur zunehmenden Armut führen werden. Auch von der privaten Vorsorge verspricht sie sich nicht allzu viel. Modelle wie die Riester-Rente hätten sich nicht bewährt und auch die niedrigen Zinsen seien fatal. Dazu kommt: „Viele haben gar kein Geld, um etwas für später zurückzulegen“, sagt die ehemalige Landtagsabgeordnete. Um die Ärmsten zumindest etwas besser zu stellen, schlägt sie vor, dass die eigenen Rentenansprüche nicht verfallen, wenn Rentner auf die Grundsicherung  im Alter angewiesen sind. „Sonst bekommt der, der nie gearbeitet hat genauso viel wie der, der jahrelang berufstätig war.“ Tenor-Alschausky schlägt vor, dass bis zu 150 Euro pro Monat zusätzlich möglich sind. Doch auch das sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. An einer Rentenreform führe kein Weg vorbei. Wie diese aussehen soll, konnte sie nicht sagen. „Das weiß keiner.“ Die Chancen stünden schlecht, den Trend umzukehren. „Man sollte sich aber trotz allem nicht schicksalsergeben zurücklehnen“, so die Sozialverbands-Vorsitzende. Die Politik müsse ständig darauf  hingewiesen werden,  dass sie Lösungen finden muss. 

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