Bönningstedt : Investor lässt Baupläne platzen

Das Gelände der Firma Hansen Naturstein an der Kieler Straße in Bönningstedt: Ursprünglich sollten vier Doppelhäuser und ein Mehrfamilienhaus entstehen. Gebaut wird jetzt lediglich dort, wo bislang eine  Lagerhalle (rot umrandet) stand.
1 von 2
Das Gelände der Firma Hansen Naturstein an der Kieler Straße in Bönningstedt: Ursprünglich sollten vier Doppelhäuser und ein Mehrfamilienhaus entstehen. Gebaut wird jetzt lediglich dort, wo bislang eine Lagerhalle (rot umrandet) stand.

Gemeinde verschleppt Vertragsunterzeichnung. Nur ein Gebäude wird gebaut.

23-45802311_23-66043282_1416219121.JPG von
13. Dezember 2014, 14:00 Uhr

Bönningstedt | Drei Jahre ist es her, dass der Bönningstedter Arne Hansen sich dazu entschied, den Wohnort zu wechseln. Von Hamburg sollte es zurück nach Bönningstedt gehen. Die Gemeinde, in der er selbst seine Kindheit verbrachte und die der Sitz des Familienunternehmens „Hansen Naturstein“ ist, sollte nun auch zur Heimat seiner Familie werden.

„Meine Frau war zu diesem Zeitpunkt schwanger, wir hielten den Zeitpunkt für ideal“, sagt Hansen im Rückblick. Bereits 2002 hatte er das als Mischgebiet ausgewiesene umliegende Gelände gekauft mit dem Plan, irgendwann dort zu bauen. Seine Vorstellung: Auf dem 4500 Quadratmeter großen Gelände sollten vier Doppelhäuser und ein Mehrfamilienhaus entstehen.

Doch dazu bedarf es eines Bebauungsplans (B-Plan), der von den entsprechenden Gremien der Gemeinde aufgestellt werden muss. „Ich habe dem Bürgermeister und allen Fraktionen meine Ideen vorgestellt“, berichtet Hansen. Das führte dazu, dass der Gemeinderat am 13. Dezember 2012 einstimmig beschloss, das Verfahren zur Erstellung eines B-Plans mit dem so genannten Aufstellungsbeschluss einzuleiten.

„Damals dachte ich noch, dass ich in grob geschätzt zwei Jahren einziehen kann“, so Hansen weiter. Weit gefehlt: Bis zum 30. Mai 2014 passierte gar nichts. Erst an diesem Tag erreichte Hansen der erste Entwurf des städtebaulichen Vertrags. Darin wird festgelegt, wie ein privater Investor – in diesem Fall Hansen – mit der öffentlichen Hand – hier die Gemeinde Bönningstedt – zusammenarbeitet. Insbesondere wird geregelt, wer welche Kosten übernimmt.

„Allerdings ist es so, dass es keine gesetzliche Regelung gibt, die den Zeitraum zwischen dem Aufstellungsbeschluss und dem Abschluss des städtebaulichen Vertrags festlegt“, erklärt Hansen. Mehrfach habe er nachgefragt, wann denn der Vertrag komme, immer wieder sei er vertröstet worden.

„Als ich mir den Vertrag dann durchgesehen habe, war für mich sofort klar: Das ist ein Knebelvertrag, den werde ich niemals unterzeichnen“, sagt Hansen. Angesichts der Tatsache, dass seine Frau inzwischen mit dem zweiten Kind schwanger war, wollte er endlich bauen.

„Ich habe einem befreundeten Architekten mein Leid geklagt“, berichtet der Familienvater. Der wusste Rat: Statt mehrerer Häuser könne Hansen auf der Grundfläche der Lagerhalle ein Gebäude errichten, auch ohne einen B-Plan. Und so stellte Hansen am 9. Juli einen Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus beim Kreis Pinneberg, drei Monate später hatte er die Genehmigung in der Tasche.

„Es werden dort acht barrierefreie Wohnungen über insgesamt zweieinhalb Stockwerke mit begrüntem Dach und Tiefgarage gebaut“, erklärt Hansen. Grünanlagen rund um das Gebäude und ein kleiner Spielplatz sollen ebenfalls entstehen. Baustart sei im kommenden Frühjahr, ein Jahr später will Hansen umziehen.

„Es wird ein schöner Bau – jedenfalls ansehnlicher als die verrostete alte Halle“, verspricht der Bauherr. Und ruhiger für die Nachbarn sei es obendrein: „Die Zeit der Gabelstapler und Lkw in diesem Bereich ist dann vorbei.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen