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„Intergration ist keine Einbahnstraße“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

52. Salvatorabend: 280 geladene Gäste feiern in der Appener Marseille-Kaserne / Berliner Polizeidirektor Gary Menzel als Redner

Süffiges Starkbier, rustikale Speisen, dazu kurzweilige, aber auch zum Nachdenken anregende Wortbeiträge zu aktuellen politischen Geschehnissen: Die Mischung aus Geselligkeit und tiefergründigen Themen passte auch bei der 52. Auflage des Salvatorabends. Oberst Markus Kurczyk, Kommandeur der Unteroffizierschule der Luftwaffe, begrüßte dazu am Wochenende in der Appener Marseille-Kaserne 280 geladene Gäste. Gekommen waren Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie Abordnungen von Vereinen und Verbänden.

Besonders willkommen hieß Kurczyk eine vierköpfige Delegation von US-amerikanischen Soldaten der Unteroffizierschule in Kapaun  /  Rheinland-Pfalz, mit der der Appener Stützpunkt eine Partnerschaft pflegt. „Wir haben heute eine zehnprozentige Frauenquote, wie in der Truppe“, stellte der Oberst fest.

Ehrengast des Salvatorabends war Gary Menzel, Polizeidirektor aus Berlin, der unter anderem als Polizeichef im multikulturellen Stadtteil Kreuzberg tätig war sowie zwei Jahre als Ausbilder in Kabul  /   Afghanistan agierte. Nach dem Anstich des Salvator-Bierfasses widmete sich der 57-Jährige in einer oft kurzweiligen Rede dem Thema Integration von Flüchtlingen. „Integration ist keine Einbahnstraße, warum soll nicht ein Maibaum in Kabuls stehen“, fragte er. Menzel plädierte dafür, Verbindendes hervorzuheben, statt Trennendes zu unterstreichen: „Wir sollten erst einmal nach Gemeinsamkeiten suchen“. Integration sei keine Einbahnstraße. „Nicht nur wir müssen Integrationsbereitschaft zeigen, ein Integrationswille muss von beiden Seiten kommen. Was eigentlich hindert uns daran, kulturell aufeinander zuzugehen?“ Und: „Müssen wir deswegen Angst davor haben, dass das Silvester-Programm geändert wird? Es heißt doch nicht deswegen gleich ‚Döner for One’.“

Das bekannte Gericht aus der türkischen Küche wurde nach dem Vortrag jedoch nicht serviert: Zum ersten Mal beim Salvatorabend stand für die Gäste ein Selbstbedienungs-Büfett bereit, an dem sie sich mit Mini-Schweinshaxen, Leberkäse und Speckkartoffelsalat versorgen durften. Dazu süffiges Salvatorbier und andere Getränke, die von Soldaten der Unteroffizierschule serviert wurden, Stapel von Laugenbrezel auf den Tischen, ein Obstler nach dem Essen sowie zünftige Blasmusik des Spielmannszugs der Freiwilligen Feuerwehr Appen. Bis nach Mitternacht stand die Geselligkeit im Mittelpunkt der Gespräche an den Tischen.


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