Projekt in Pinneberg : Integration mit Spaßfaktor

Beim Aufräumen packen alle mit an.
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Beim Aufräumen packen alle mit an.

Projekt an der Grundschule Rübekamp: Zum Tennisspielen nach Quickborn. Zweite Aktion.

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25. Juli 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg | Integration kann und sollte auch Spaß machen: Im April fuhren sechs Schüler mit Migrationshintergrund und sechs gleichaltrige deutsche Schüler der Grundschule Rübekamp zum Bundesliga-Fußballspiel des HSV gegen Augsburg, jetzt ging es zum Tennisspielen nach Quickborn. Es ist die zweite Aktion eines außergewöhnlichen Projekts, das der Eulenstädter Björn Meinecke in Zusammenarbeit mit der Pinneberger Grundschule Rübekamp, dem Verein Pinneberger Kinder und Traudchen Perrefort vom Fachbereich Kultur, Soziales, Bildung und Sport auf die Beine gestellt hat (diese Zeitung berichtete).

Erneut nahmen sechs Kinder, drei Mädchen und drei Jungen, teil. Sie wurden von ihren DaZ-Lehrern von der Schule zum Tennis-Treffpunkt gefahren. DaZ bedeutet Deutsch als Zweitsprache.

Schon jetzt stellt Meinecke fest: „Die Schüler sprechen besser deutsch als ihre Eltern. Verständigungsschwierigkeiten unter den Kindern gibt es nicht. Das liegt auch an der hervorragenden Arbeit der Rübekampschule“, sagt er. Hier seien die Lehrerinnen Simone Töpelmann und Inga-Maria Schlupp zu nennen.

Um die Kinder auf die Sportart Tennis einzustimmen, wurden zunächst sogenannte Ball/Schläger-Gewöhnungsübungen praktiziert. Mit einer Ballstaffel wurden die Wettkampffähigkeiten herausgefordert, anschließend die ersten Schläge über das Netz im Halbfeld geübt. „Die Lehrerinnen stellten sich als überragende Talente dar“, sagt Meinecke. Dann stand ein Wettbewerb auf dem Programm. „Nach zehn Minuten waren mehr als ein Dutzend Bälle auf Nimmerwiedersehen im nahegelegenen Gehölz gelandet“, berichtet Meinecke mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Immerhin gab es Schläger zu gewinnen. Letztlich seien aber alle Teilnehmer Gewinner, so Meinecke.

Nach den Tennis-Aktivitäten pflegten und säuberten die Kinder den Platz. „Mit einer Bereitschaft, wie die Tennistrainer es mit ihren Vereinskindern so noch nicht erlebt hatten“, sagt er und staunt darüber nicht schlecht.

Ein wenig schade findet es der Initiator, dass sein Projekt noch nicht die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommen hat, die es verdient. Meinecke macht weiter: Die nächste Station wird der Besuch eines Reitstalles im September sein. Das hätten sich die Mädchen gewünscht. Danach wird ein zweites Tennisprojekt in einem großen Club im Kreis Pinneberg organisiert werden.

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