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Umweltschutz in Hasloh : Insekten für die Vogelvielfalt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Blüten bieten Nahrung für kleine Lebewesen, die wiederum Futter für andere Tiere sind.

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Hasloh | Vergangenes Jahr war es ein Bachstelzenpaar, in diesem Frühling brüten Hausrotschwänze und der graue Fliegenschnäpper in Ilka Schmidts Garten in Hasloh. „Ich habe mehrere Nistkästen im Garten – und Pflanzen, die Insekten Nahrung bieten“, sagt die Vorsitzende des Umweltausschusses. „Inzwischen sind hier Vögel zu finden, die ich seit 15 Jahren nicht mehr gesehen habe“, freut sich Vogelexperte Hans-Georg Mäckelmann mit ihr.

120 Nistkästen hängen insgesamt im Gemeindegebiet. Angefertigt wurden sie von Mäckelmann. „Wir verkaufen sie an Gartenbesitzer – und wer zwei Kästen kauft, finanziert damit einen, der der Gemeinde gehört“, erklärt Mäckelmann. So konnten in den vergangenen beiden Jahren bereits 23 gemeindeeigene Brutstätten aufgehängt werden. „Wir haben in diesem Jahr zwischen 600 und 700 Jungvögel im Dorf“, berichtet der Experte stolz.

Sorge bereitet beiden indes, dass alle Tiere ausreichend Nahrung finden. „Das klappt nur, wenn deren Futter – die Insekten – ausreichend blühende Pflanzen findet, um sich zu ernähren“, erläutert Schmidt. Zwar gebe es keine heimischen Vögel, bei denen Bienen auf dem Speisezettel stehen, die Wichtigkeit dieser Spezies stehe jedoch außer Frage. „Ohne Bestäubung der Blüten hätten wir weder Obst noch Gemüse! Diese Tiere sind unsere Lebensgrundlage, das Wichtigste, was wir haben“, betont Schmidt.

Sie hat deshalb eine Broschüre  des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft besorgt, in der anschaulich der Nutzen von Balkon- und Gartenpflanzen erläutert und bewertet wird. Sie liegt kostenlos im Gemeindebüro aus. „Aufgelistet werden Bienenfreundlichkeit, Pollen, Nektar, Standort, Blühzeitraum und Besonderheiten“, sagt Schmidt. Aufgeführt sind 128 Gewächse, vom Adonisröschen bis zur Zwergmispel. „Ein toller Ratgeber, sehr informativ und gut gemacht“, lobt Schmidt die Publikation.

„Jeder Garten- und auch Balkonbesitzer kann etwas dafür tun, dass sich Bienen und andere Insekten in Hasloh wohl fühlen“, betont Mäckelmann. Auch, wer gepflegten Rasen im Garten bevorzuge, könne am Rand ein, zwei blühende Stauden pflanzen. „Am besten sind weiß- oder gelbblühende, denn Insekten können Rot nicht gut sehen“, erklärt der Tierliebhaber.

Angst vor den summenden und brummenden Tieren sei fehl am Platz: „An meinem Carport habe ich vor Jahren ein Hummel-Nest entdeckt“, berichtet Schmidt, der zunächst etwas mulmig zumute war. Doch nachdem sie sich informiert hatte, war klar: „Hummeln und Bienen stechen nur, wenn sie in Lebensgefahr sind, das sind ganz friedliche Tiere“, weiß sie. Und Bienen von Wespen zu unterscheiden, sei ganz einfach: Das Hinterteil der Biene ist pelzig, das der Wepe dagegen glatt. „Genau hinschauen und das eigene Wissen auffrischen“, empfehlen Schmidt und Mäckelmann.

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