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„Das ist eine horrende Summe“ : Ingenieurbüro stellt Politikern in Tangstedt den Reparaturbedarf der Kanäle vor

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Drei verschiedene Vorgehensweisen bei der Sanierung.

Tangstedt | „14 Erneuerungen, 119 Renovationen und 52 Reparaturen“, fasste Wolfgang Rauchfuß (Ingenieurbüro Lenk + Rauchfuß) den Sanierungsbedarf an Tangstedts Regenwasserkanälen im Bauausschuss am Mittwochabend zusammen. Die Summe der Maßnahmen: 2,65 Millionen Euro.

„Wir haben nach der Zustandserfassung 2013 festgestellt, dass 55 Prozent der Kanäle gravierende oder starke Schäden aufweisen“, erklärte Rauchfuß. Dennoch sei das System in „relativ gutem Zustand“. „Das sehe ich nicht so, ich bin fast umgefallen, als ich diese horrende Summe gesehen habe“, sagte dagegen Bürgermeister Detlef Goos (FDP).

Doch Rauchfuß erläuterte, dass lediglich an einer Stelle Handlungsbedarf bestehe. Er empfahl der Gemeinde zudem, nicht die größeren Schäden punktuell so schnell wie möglich zu beheben, sondern die Leitungen zusammenhängender Straßenzüge nach und nach auszubessern. „Das vermindert die Kosten, weil zum Beispiel nicht jedes Mal eine neue Baustellenabsicherung notwendig wird“, so der Fachmann.

Generell gebe es drei verschiedene Vorgehensweisen bei der Sanierung. „Erstens die Erneuerung, zweitens die Renovation und drittens die Reparatur“, so Rauchfuß. Welche Variante gewählt wird, hänge von der Wirtschaftlichkeitsberechnung ab. „Im Kostenvergleich wird berücksichtigt, dass die Erneuerung 80 Jahre lang halten soll, die Renovation 40 Jahre und die Reparatur 10 Jahre“, sagte Rauchfuß. Häufig seien die Kosten einer Renovation deutlich geringer als die einer Erneuerung. Dies sei in der Kostenberechnung bereits berücksichtigt.

„Selbst, wenn wir diese Sanierungen auf zehn Jahre strecken: Das Geld haben wir ganz einfach nicht“, gab Goos zu bedenken. „Es läuft auf eine Grundsatzdiskussion hinaus: Wollen wir das Netz weiter betreiben oder an den Abwasserzweckverband abgeben? Ich sage es gleich: Ich bin gegen eine Abgabe“, meldete sich Hermann Ahrens (CDU) zu Wort. Er empfahl, das Thema für den nächsten Ausschuss am 7. Mai auf die Tagesordnung zu nehmen. Das könnte ein sehr langer Abend werden.

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erstellt am 10.Apr.2015 | 14:30 Uhr

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