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Ina Müller: Auf Tuchfühlung bis unter die Gürtellinie

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2014 | 15:55 Uhr

Wenn Ina Müller ein Konzert gibt, geht es nicht nur um gute Musik. Es geht um Cellulite, Wechseljahre und natürlich um das andere Geschlecht. Ina Müller hat am Freitagabend in der restlos ausverkauften
O2 World viel gesabbelt und gequasselt, gesungen und musiziert – vom Leben, vom Frau-Sein und vom Älterwerden. Und gezeigt: sie ist eine norddeutsche Göre.

Geht es hier eigentlich um Musik oder ist das Comedy? Wer die Stoppuhr gezückt hätte, der hätte als Ergebnis ein Unentschieden bekommen. Eins ist klar: Zweieinhalb Stunden gibt es Ina Müller. Es geht um Ina Müller. Wir kriegen Ina Müller. Die meisten Lacher nimmt sie auf ihren eigenen von Wechseljahrsbeschwerden gebeutelten Körper. Doch auch Olaf aus der ersten Reihe bekommt sein Fett weg. Apropos Fett: „Mein Körper ist der Jakobsweg für mein Wanderfett.“ Sie geht auf Tuchfühlung und gern auch mal unter die Gürtellinie. Alles in einer durchsichtigen schwarz-weißen Bluse und Marlene-Dietrich-Hose mit sexy hohen Pumps.

Sie ist vulgär und aufmüpfig, hat eine dreckige Lache und redet viel. Dabei ist sie politisch inkorrekt, konsequent anzüglich und angenehm persönlich und irgendwie herrlich norddeutsch. Das Konzert in Hamburg ist das i-Tüpfelchen ihrer Tour, das sich die Hamburgerin bewusst für den Schluss aufgehoben hat, für ihre Homies, wie sie sagt.

Singen kann sie auch. Ihre Stimme verrucht, kräftig und markant. Es ist ein Mix aus Pop, Schlager und Chansons. Sie tanzt und gestikuliert zu ihrer Musik, freut sich, lacht. Ina Müller hat Spaß. Sie singt „Männer sind untreu und Frauen falsche Schlangen“ oder „Alles das gleiche, nur mit einem anderen Mann“.
Da alle 37 Konzerte der laufenden Tour „48“ ausverkauft waren, wird einfach verlängert. Schon im November wird es eine Fortsetzung mit der singenden Hamburgerin geben.

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