Hilfe beim Bewässern : In Rellingen rettet die Feuerwehr die Pflanzen

Einsatz in der Mühlenstraße: Bauhofmitarbeiter Holger Hartkorn (links) und Feuerwehrmann Torsten Berg löschten kein Feuer, sondern gossen die Pflanzen.
Einsatz in der Mühlenstraße: Bauhofmitarbeiter Holger Hartkorn (links) und Feuerwehrmann Torsten Berg löschten kein Feuer, sondern gossen die Pflanzen.

Tanklöschfahrzeug unterstützt Bauhof bei Bewässerung der Grünanlagen. Rasenplätze und neugepflanzte Bäume gefährdet.

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24. Juli 2018, 12:30 Uhr

Rellingen | Sonne, blauer Himmel, sengende Hitze – diese Woche holt der Norddeutsche Sommer nach, was er die letzten Jahre verpasst hat. Unter den hohen Temperaturen leiden nicht nur Mensch und Tier, sondern auch die Pflanzen. Seit mehreren Wochen gießt der Bauhof Rellingen kräftig die gemeindeeigenen bepflanzten Flächen. Doch am Montag wurde es besonders kritisch: Der stellvertretende Bauhofchef Max Eggerstedt rief die Freiwillige Feuerwehr Rellingen zur Hilfe. Und die kam. Ab 9 Uhr waren zusätzlich zum Bauhofteam ein Tanklöschfahrzeug und Feuerwehr-Gerätewart Torsten Berg, der auch Mitarbeiter des Bauhofs ist, im Durstlösch-Einsatz für die Pflanzen. Gemeinsam mit Kollege Holger Hartkorn vom Bauhof zogen sie durch Rellingens Straßen und bewässerten mit Feuerwehrauto und Schläuchen die Grünanlagen – ein ungewöhnliches Bild.

Pflanzen am Leben erhalten

Eggerstedt freute sich über die Unterstützung der Feuerwehr. „Wir sind normalerweise 16 Leute auf dem Bauhof. Manche sind im Urlaub, acht bewässern Grünanlagen“, sagt er. „Das ist unser Hauptgeschäft im Moment.“ Um Brandgefahr wegen Trockenheit geht es dabei weniger. „Das wäre eher gegeben, wenn Flächen gemäht werden und trockenes Gras liegenbleibt. Aber das machen wir gar nicht.“ Ihm und seinem Team gehe es darum, die Pflanzen am Leben zu erhalten.

Zwei Fahrzeuge stehen den Mitarbeitern zur Verfügung, eines mit 3500 Litern und eines mit 2000 Litern Fassungsvolumen. Bei der aktuellen Hitze reichte das nicht mehr aus. „Wir haben allein sechs Sportplätze, die bewässert werden müssen“, sagt Eggerstedt. Die meisten ohne fest installierte Anlagen. „Das ist Handarbeit mit Schlauchtrommeln“, fügt er hinzu. „Und nach der Saison wurde der Rasen der Sportplätze gerade erst regeneriert.“

Neue Bäume im Fokus

Dazu kommen Beete, Blumenkübel und gerade erst gepflanzte Bäume – etwa im Halstenbeker Weg, Haidkampsweg und Bortelskamp. „Wir haben dieses und letztes Jahr bestimmt 40 neue Bäume gepflanzt und die müssen alle einzeln angefahren werden“, erläutert Eggerstedt. „Zum Glück war es kein Problem, die Feuerwehr hinzuzuziehen.“

„Das gab’s schon mal“, sagt Feuerwehr Pressewart Bernd Kirschke. „Das ist allerdings einige Jahre her.“ Nach seinen Angaben fasst das Löschfahrzeug der Feuerwehr 2900 Liter Wasser. „Das ist nicht viel für so einen Einsatz“, erläutert er. „Am Hydranten wird regelmäßig nachgefüllt.“ Das Wasser stammt aus der Trinkwasserversorgung, denn auch die soll über die Hydranten gewährleistet werden. „Anders wäre es gar nicht möglich gewesen, das so schnell zu organisieren.“ Die Gemeinde habe dem Einsatz zugestimmt.

Bis 15.30 Uhr waren Berg und Hartkorn gestern auf Rellingens Straßen unterwegs. Heute geht’s ab 6 Uhr weiter. Laut der Feuerwehr ist es wahrscheinlich, dass auch darüber hinaus mit dem Löschfahrzeug gegossen werden muss – die Woche soll die heißeste des Jahres werden. „Ob das Fahrzeug weiter zum Einsatz kommt, werden wir von Tag zu Tag entscheiden“, sagt Kirschke. Der Brandschutz bleibt in dieser Zeit gewährleistet: Die Freiwillige Feuerwehr Rellingen hat drei weitere Löschfahrzeuge mit einem Gesamtinhalt von 3100 Litern. Zudem besitzt die Freiwillige Feuerwehr Egenbüttel ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, das 2200 Liter Wasser fasst.

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