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Gefährliches Wohnen an den Schienen : In Pinneberg wird der Schutz vor der Bahn jetzt zur Chefsache

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bürgermeisterin Steinberg und der SPD-Abgeordneter Rossmann wenden sich jetzt per Brief an die Deutsche Bahn.

Pinneberg | Die Posse um den fehlenden Lärmschutz im Neubaugebiet Düpenau Eck in Pinneberg-Thesdorf beschäftigt jetzt auch die Politik: Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos), der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann und Dieter Koch, Mitglied der Pinneberger SPD-Fraktion, wollen sich dafür einsetzen, dass die Anwohner vor Metallteilen und Steinen, die von vorbeifahrenden Zügen hochgeschleudert werden und regelrecht durch die Luft fliegen, geschützt werden.

Zu diesem Konsens kamen sie während eines Austausches im Rathaus zu aktuellen Pinneberger Themen. Unterdessen ist auch der Kreis Pinneberger SPD-Abgeordnete Kai Vogel mit an Bord. Der fehlende Lärmschutz wird damit zur Chefsache.

Wie berichtet, hatte sich die Deutsche Bahn geweigert, eine Lärmschutzwand entlang der Neubauhäuser im Bereich Düpenau Eck zu bauen, obwohl sie anfangs vorgesehen war. Das hat jetzt zur Folge, dass sich die Anwohner nicht mehr ohne Gefahr für Leib und Leben auf ihren Hintergrundstücken aufhalten können, die als Garten genutzt werden sollten.

Die etwa 20 Quadratmeter großen Areale liegen nur wenige Meter von den Schienen entfernt. Die Kinder haben mittlerweile striktes Verbot, sich in diesem Bereich aufzuhalten. Wann immer ein Zug vorbeifährt, droht Gefahr: Eine Bahn hatte jüngst sogar ein Stück Metall von den Gleisen mit so viel Wucht hochgeschleudert, dass es in der Wand eines Gartenhäuschens stecken blieb. In Briefen an die Bahn-Konzernbeauftragte für Schleswig-Holstein und Hamburg, Manuela Herbort, setzen sich die Politiker dafür ein, den Lärmaspekt als auch die Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen.

Vogel und Rossmann weisen beispielsweise in ihren Briefen darauf hin, dass für den nun ausgesparten Bereich ursprünglich offenbar Lärmschutzwände vorgesehen waren und die Anwohner auch in der Folge der Rodungsarbeiten an ihren Grundstücksgrenzen davon haben ausgehen können, dass die Wände auch in ihrem Bereich errichtet werden. Die Abgeordneten und Steinberg hoffen nun auf ein Einlenken der Deutschen Bahn. Steinberg könne sich auch vorstellen, dass ein Schutz durch Pflanzen hergestellt werde, wie sie während des Austausches im Rathaus mitteilte. „Bei der ausgesparten Strecke handelt es sich nur um knapp 150 Meter. Für die Bahn ist das ein Klacks, aber für die Stadt Pinneberg und die Bewohner des neues Ortsteils wäre es ein großer Erfolg, wenn der Lückenschluss noch erfolgen könnte“, sagen Vogel und Rossmann.

„Das hört sich sehr gut an. Mal sehen, wie es sich entwickelt“, sagt Kadir Tokus, einer der Anwohner, der mit dem Problem an die Öffentlichkeit gegangen war. Auch er hatte an die Bahn geschrieben – allerdings eine negative Antwort erhalten.

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erstellt am 24.Feb.2015 | 12:00 Uhr

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