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Analyse der Landtagswahl : In Pinneberg hat die SPD die Nase vorn

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Kreisstadt wählt gegen den Landestrend. Große Freude bei den Grünen.

von
erstellt am 09.Mai.2017 | 12:00 Uhr

Pinneberg | Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat sich ein klarer Sieg für die CDU abgezeichnet. Die SPD hat in Schleswig-Holstein deutlich verloren. Grüne und FDP schafften hingegen zweistellige Ergebnisse. Doch in Pinneberg ist es genau andersherum – gegen den Trend: Hier holte der SPD-Landtagskandidat Kai Vogel, der auch Vorsitzender der Pinneberger SPD ist und im Rat sitzt, 37,2 Prozent der Stimmen, während Kerstin Seyfert (CDU) 34,4 Prozent der Stimmen erreichte. Bei der Zweitstimme kamen die Sozialdemokraten in Pinneberg auf 31 Prozent der Stimmen, die CDU konnte 28,9 Prozent für sich verzeichnen. „Es ist ein sehr gutes Ergebnis für Kai Vogel. Er setzt sich viel für die Stadt Pinneberg ein“, kommentierte gestern Angela Traboldt, Fraktionsvorsitzende der Pinneberger SPD, das Ergebnis. Er sei ein sehr engagierter und zuverlässiger Abgeordneter für die Stadt.

Fakt ist: Die Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes, zusätzliche Zughalte, die Realisierung der Westumgehung und sein Einsatz für die Schulbausanierung in der Kreisstadt in Sachen Fördergelder – das sind die Themen, für die sich der ausgebildete Lehrer in Pinneberg stark macht. Nach dem Wahlerfolg von CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther diskutieren Vertreter des künftigen schleswig-holsteinischen Landtags über die nächste Regierung. Denkbar wäre aber eine große Koalition mit der SPD. „Ich möchte persönlich keine Prognose wagen. Wir müssen die Gespräche abwarten“, sagte Traboldt. Die SPD-Fraktionschefin hofft, dass sich der Pinneberger Trend für die SPD bei der nächsten Kommunalwahl niederschlägt. Sie warnte allerdings: „Wer sich ausruht, der hat die Wahl schon verloren.“

Das hat Kai Vogel auch beherzigt. „Ich habe einen sehr engagierten Wahlkampf geführt“, zog der 49-jährige Gewinner des Direktmandats gestern ein Fazit für unsere Zeitung. Er habe Wochenmärkte und den Bahnhof besucht sowie die Haushalte in den Hochhäusern. „Ich war während der vergangenen fünf Jahre immer präsent.“ Und sein Engagement für den Pinneberger Bahnhof? „Die Bürger haben gesehen – da tut sich etwas.“

Andreas Meyer, Chef der Pinneberger CDU-Fraktion, bezeichnet das Wahlergebnis als gut. „Ein paar Prozentpunkte hätten es mehr sein dürfen, dann hätten wir auch eine Koalition nur mit der FDP hingekriegt“, sagte er. Ungetrübte Freude hingegen bei Werner Mende, dem Fraktionschef der Pinneberger FDP: „Wir können zufrieden sein. Wir haben etwa drei Prozent zugelegt“, sagte er. Ihre zweite Stimme gaben der FDP in der Kreisstadt 10,8 Prozent der Wähler.

Dass die FDP in Kiel jetzt in die Opposition geht – das kann sich Mende nicht vorstellen. Denkbar wäre auch eine große Koalition von CDU und SPD. „Das halte ich für die FDP und auch Schleswig-Holstein für nicht sinnvoll“, so Mende. Welche direkten Auswirkungen könnte der Regierungswechsel nun für Pinneberg haben? „Es wird mehr Geld geben für die Infrastruktur und die Schulen“, sagte Mende. Insbesondere für die Digitalisierung in den Bildungseinrichtungen. Ob allerdings der Wechsel bedeute, dass die Fassade im Innenhof der THS früher gebaut werde – das könne er nicht sagen. Große Freude auch bei Joachim Dreher, Fraktionschef von Grünen & Unabhängige. „Schön, dass wir gegen den Bundestrend so stark sind.“ Einer möglichen Koalition steht Dreher positiv gegenüber. „Es geht um Themen und nicht um Köpfe.“

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