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Kreisjugendring Pinneberg : „In Jugend zu investieren lohnt sich“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der KJR-Vorsitzende, Andreas Dirbach, hat während des Neujahrsempfangs des Kreisjugendrings Pinneberg die Politik aufgefordert, nicht bei der Kinder- und Jugendarbeit zu sparen.

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erstellt am 13.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Beim Neujahrsempfang des Kreisjugendrings (KJR) Pinneberg hat der Verbandsvorsitzende Andreas Dirbach mit Blick auf die finanzielle Ausstattung der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Jugendverbandsarbeit seitens der Pinneberger Kommunalpolitik deutliche Worte gesprochen: „Nur weil das Geld fehlt, darf in der außerschulischen und freien Jugendarbeit nicht gespart werden.“ Das sei kein „frommer Wunsch“ von ihm selbst, betonte der 32 Jahre alte Student der Politikwissenschaft und Journalist gestern im Barmstedter Victor-Andersen-Haus, sondern „eine klare Feststellung von Professor Reinhard Wiesner, der auch als Vater des Sozialgesetzbuches XIII gilt“, in dem die Kinder- und Jugendhilfe geregelt ist.

Dirbach bezog sich dabei auf das „Rechtsgutachten: Jugendverbände sind zu fördern“, das der Berliner Rechtswissenschaftler gemeinsam mit zwei weiteren Experten im Herbst des vergangenen Jahres veröffentlichte. Darin kommt Wiesner zu dem Ergebnis, „dass es sich bei der Förderung der Jugendarbeit beziehungsweise Jugendverbandsarbeit – wie bei allen gesetzlich geregelten Leistungen – um eine Pflichtaufgabe handelt“ und nicht um eine von der Politik so oft gepriesene freiwillige Leistung. Auch die gewählten Vertreter im Kreis Pinneberg bezeichnen die Ausgaben für Kinder- und Jugendarbeit gern als eine freiwillige Leistung. So haben sie beispielsweise unter dieser Überschrift 314 600 Euro für Jugendarbeit in den Doppelhaushalt der Jahre 2013 und 2014 eingestellt.

„Bisher sind wir durch den Einsatz unserer Politiker trotz Konsolidierung der Haushalte noch nicht so weit, dass die notwendige Förderung der freien Träger seitens der öffentlichen Hand komplett gestrichen wird“, räumte Dirbach ein. „Aber wir wissen, dass sich in den vergangenen Jahren nichts bewegt hat.“ Angesichts der steigenden Sach- und Personalkosten bedeute Stillstand, so der Verbandsvorsitzende, Rückschritt. Dirbachs Fazit: „Das darf nicht sein.“

Er sei sich zwar darüber im Klaren, dass der Kreis mit etwa 100 Millionen Euro in der Kreide steht – und dass das „güldene Füllhorn der finanziellen Glückseligkeit“ noch nicht gefunden wurde, doch „wenn uns wirklich die Jugend am Herzen liegt, dann muss sie auch die notwendigen Mittel dafür bekommen“ – und es darf nicht gestrichen werden, wie es beim Betriebskostenzuschuss für das Pinneberg-Heim im dänischen Hejsager der Fall war.

Obwohl der KJR seit Neujahr nicht mehr für die Begegnungsstätte im Süden des Landes verantwortlich ist, warb der Verbandsvorsitzende darum, nicht die Verbundenheit zu der Freizeiteinrichtung zu lösen, sondern sie trotzdem weiter zu nutzen.

Heike Beukelmann, Fraktionsvorsitzende der CDU im Pinneberger Kreistag, und Hans-Helmut Birke, Chef der SPD-Fraktion, stimmten Dirbach grundsätzlich zu. Es könnte durchaus mehr Geld in die Kinder- und Jugendhilfe investiert werden. Sie erinnerten allerdings auch an die desolate Haushaltslage und den geringen Spielraum, die die Politik habe, seitdem sich der Kreis Pinneberg unter dem kommunalen Rettungsschirm des Landes Schleswig-Holstein befindet. Zudem – und auch darin stimmten Beukelmann und Birke überein – gebe der Kreis bereits verhältnismäßig viel Geld für den Bereich Jugend aus.

Während seiner etwa viertelstündigen Ansprache wies Dirbach auch auf ein besonderes Projekt hin, über dessen Zukunft schon bei den Debatten um den Kreisetat 2013/2014 gerungen wurde: das „Haus der kleinen Forscher“. Dafür stellt der Kreis derzeit 40 000 Euro per anno bereit. Der KJR-Vorsitzende zitierte aus dem Koalitionsvertrag zwischen der Union und der SPD. Dort heißt es: „Wir unterstützen gemeinsam mit Wissenschaft und Wirtschaft die Stiftung ‚Haus der kleinen Forscher‘. Wir wollen 80 Prozent aller Kindertagesstätten bis 2015 erreichen.“ Der Verbandsvorsitzende betonte, dass das Projekt in der Region bereits etabliert und es ein „deutliches Signal“ aus Berlin sei, dieses auch weiter zu unterstützen. Er hoffe nun, dass sich die Mitglieder des Pinneberger Kreistags im Zuge der anstehenden Haushaltsverhandlungen an ihre Abgeordneten im Bundestag, Ole Schröder (CDU) und Ernst Dieter Rossmann, (SPD) wendeten, um in Erfahrung zu bringen, wie das „Haus der kleinen Forscher“ weiter bezahlt werden könnte. Während der Ansprache vor dem voll besetzen Plenum hob Dirbach allerdings auch das Positive hervor: Er blickte auf ein „sehr gutes“ Jahr „mit Seminaren und Aktionen“ zurück, lobte die Leistung der Haupt- und Ehrenamtlichen, „die sich mit und für die Kinder und Jugendlichen engagieren“ und gab eine Vorschau auf das Jubiläumsjahr: 25 Jahre Betrieb der Jugendbildungsstätte.

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