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Cannabis : In der Medizin als Medikament anerkannt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2014 | 16:03 Uhr

Kreis Pinneberg | Cannabis in der Schmerztherapie: Am Regio-Klinikum Elmshorn hat Dr. Burkhard Schmieding, Oberarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin sowie Experte für Spezielle Schmerztherapie und Palliativmedizin, in einem Einzelfall bereits „sehr positive“ Erfahrungen „in der Behandlung schmerzhafter Spastiken“ mit Cannabinoiden als Medikament gemacht. „Bereits von römischen Ärzten wurde eine schmerzlindernde Wirkung beschrieben“, so Schmieding.

Die Erkenntnisse zum therapeutischen Potenzial sowie der Nutzen von Cannabisprodukten habe in den vergangenen Jahren durch zahlreiche klinische Studien aufgezeigt werden können. „Für die meisten Indikatoren stehen jedoch konventionelle besser wirksame und verträgliche Medikamente zur Verfügung.“ Auch sei Cannabis nur bei einem Teil der Betroffenen wirksam.

Zugelassen seien Cannabiswirkstoffe  in Deutschland zur Symptomverbesserung bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik aufgrund von Multipler Sklerose, die nicht angemessen auf eine andere antispastische Arzneimitteltherapie angesprochen hätten. Wirksam sei Cannabis vor allem bei Schmerzen durch eine Schädigung des Nervensystems. Helfen könne es auch bei Übelkeit und Erbrechen infolge einer Chemotherapie bei Krebserkrankungen. Studien hätten zudem eine positive Wirkung in der Therapie der Appetitlosigkeit bei HIV-Patienten gezeigt sowie Hinweise gegeben, dass es bei Tumorschmerzen, Rheuma und Fibromyalgie helfen kann. Schlecht oder unwirksam sei es laut Schmieding jedoch bei akuten Schmerzen.

Vereinzelt werde er von Patienten auf Cannabis als Schmerzmittel angesprochen. Doch die Voraussetzungen für eine legale Verordnung seien fast nie erfüllt, so dass er zunächst die schmerztherapeutischen Standardverfahren bespreche. Wie die meisten Arzneimittel hätten auch Cannabinoide Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel oder einen schnellen Herzschlag. „Bedeutungsvolle Risiken sind die Auslösung von Psychosen und Schizophrenien – letztere besonders bei Jugendlichen.“ Doch könne Cannabis in Einzelfällen sinnvoll sein.

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