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„Schenefelder Aktivitäten“ : In den Ratssaal ist das Chaos eingezogen

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Über 100 Grafiken, Gemälde und Skulpturen auf den diesjährigen Ausstellung im Rathaus.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Schenefeld | Über 100 Grafiken, Gemälde und Skulpturen hat der Kunstkreis für seine diesjährigen „Schenefelder Aktivitäten“, die traditionsreiche juryfreie Ausstellung im Rathaus, zusammengetragen.

Geschaffen wurden sie von 67 der etwa 200 Kunstkreismitglieder. Die Liste erschien Ursula Wientapper zum Vorlesen zu lang. Anonym in der Menge blieben die Künstler dennoch nicht. „Alle tragen Namensschilder. Daran sind sie zu erkennen“, verriet die Kunstkreis-Vorsitzende den Vernissage-Gästen. Das Chaos wurde geordnet und damit durchschaubar.

Genau das, nämlich „Chaos“, ist das Thema der diesjährigen Ausstellung. Einige der Künstler traten auch ans Mikrofon, um ihre dazu entstandenen künstlerischen Interpretationen zu erläutern. Kirsten Berg als Erste. Seit etwa zwei Jahrzehnten spaziere sie gern am Elbufer entlang, erzählte die studierte Grafikerin dem Publikum. Ihr suchender Blick bleibe an allem kleben, was andere als nutzlos über Bord gehen ließen, an Land Geschwemmtes aller Art. Vieles davon sammle sie auf. So werde der Unrat zum Grundstoff ihrer Kunst. „Elben“ nannte Berg ihre so entstandenen Plastiken.

Henry Tiemann wählte einen eher wissenschaftlichen Zugang zum Chaos. Unregelmäßig geformte kleine Gebilde hängen an Fäden und schaukeln im Luftzug. „Gas“ taufte er das Gebilde. Es stelle die völlig unvorhersehbaren Bewegungsabläufe von Gasmolekülen dar.

Detlef Schaal gelingt es, das Chaos in stählerne Form zu bringen. Zwei alte Kugellager füllte er dazu mit ganz unterschiedlichen Symbolen. Oder „Kopfchaos“, ein Durcheinander von Plänen, Herausforderungen und Aufgaben, dargestellt mit allerhand Werkzeug. So sehe es im Hirn aus, ehe man morgens richtig wach wird, meint der Künstler.

Dem Chaos als Begriff ging Ingrid Ullrich in ihrem Einführungsreferat auf den Grund. Einerseits stehe es drohend da, Verderben bringend, apokalyptisch. Andererseits sei es der fruchtbare Boden jeder Ordnung. Alles sprieße aus ihr hervor.

Die Ausstellung „Chaos“ ist noch bis zum 27. April im Rathaus zu sehen.

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