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Kreis Pinneberg : In den Ferien wird das Blut knapp

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Vorrat an Konserven sinkt auf die Hälfte .DRK spricht mit gezielten Aktionen insbesondere junge Frauen und Männer an.

Kreis Pinneberg | So langsam wird es übersichtlich in den Regalen des DRK-Blutspendediensts Nord-Ost. Die Konserven werden weniger. „Aktuell haben wir – über alle Blutgruppen hinweg – einen Vorrat für eineinhalb Tage“, sagt Susanne von Rabenau, Pressereferentin für Hamburg und Schleswig-Holstein des Blutspendedienst. Im Idealfall reichten die Konserven für fünf, üblicherweise seien es drei Tage.

Von einer Krise während der Urlaubszeit will von Rabenau daher auch nicht sprechen. „Wir haben die erste Hälfte der Sommerferien gut überstanden“, betont sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Andere Bundesländer, insbesondere die, die von der Hitzewelle stärker betroffen waren als der Norden, stünden schlechter da. Dennoch: „Wir haben die Situation im Blick“, sagt die Pressereferentin. Sollten die Blutkonserven weniger werden, greife ein Notfallplan.

Zusätzliche Spendetermine würden angeboten, bestehende Spender angeschrieben und schließlich Gespräche mit den Kliniken geführt, damit diese weniger Konserven – beispielsweise durch Verschieben bereits terminierter Operationen – verbrauchten. Dass es allerdings einmal keine Blutkonserven mehr gab, hat es laut von Rabenau bislang nicht gegeben.

Susanne von Rabenau ist Pressereferentin des DRK-Blutspendediensts Nord-Ost.
Susanne von Rabenau ist Pressereferentin des DRK-Blutspendediensts Nord-Ost.
 

Von Rabenau geht davon aus, dass die relativ entspannte Situation auf dem Blutkonservenmarkt in Hamburg und Schleswig-Holstein auch mit der Sommertour des DRK-Blutspendebusses zu tun hat. Mit diesem steuert das Deutsche Rote Kreuz gezielt Ferienorte an, um die Urlauber dort zum Aderlass zu bitten. Für den Bluspendedienst ein großer Erfolg. So registrierte er 35 Prozent Erstspender. Üblicherweise liegt der Wert laut DRK bei acht Prozent.

In Zukunft wird sich die Situation laut von Rabenau allerdings noch verschärfen. Dann werden die Blutspendedienste den demografischen Wandel zu spüren bekommen. In zweierlei Hinsicht. Zum einen wird der Bedarf an Blutkonserven steigen, weil der Anteil der Älteren in der Gesellschaft und damit auch der Bedarf an Blut für die medizinische Versorgung steigt.

Quelle: DRK-Blutspendedienst Nord-Ost
Quelle: DRK-Blutspendedienst Nord-Ost
 

Im Gegenzug sinkt die Zahl der Spender. „Die regelmäßigen Spender sind eher die Älteren“, berichtet von Rabenau. Doch mit Beenden des 72. Lebensjahrs dürfen Senioren nicht mehr am Aderlass teilnehmen. Im Gegenzug gebe es zu wenig junge Menschen, die sich entschlössen, Blut zu spenden. Die Zahlen für Schleswig-Holstein sprechen eine deutliche Sprache: Zählte der DRK-Bluspendedienst noch durchschnittlich 85 Blutspender pro Termin, waren es 2014 nur noch 79.

Der Bluspendedienst versucht, insbesondere die Jüngeren zu mobilisieren. Er bietet mittlerweile Termine in Berufsschulen und Universitäten an. „Jüngst waren wir an der Uni in Kiel“, berichtet von Rabenau. Dieser sei gut angenommen worden und die Studenten hätten sich äußerst interessiert gezeigt. Luft nach oben gibt es beim Bluspenden reichlich – nicht nur bei den jungen Männern und Frauen. „33 Prozent könnten, aber im Schnitt tun es nur drei Prozent“, sagt von Rabenau.

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erstellt am 12.Aug.2015 | 16:00 Uhr

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