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Archäologie : In Borstel-Hoheraden werden die Urnen ausgegraben

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Gelände des neuen Gewerbegebiets neben der A23 in Borstel-Hohenraden wird ab Mitte Oktober zur Ausgrabungsstätte.

Borstel-Hohenraden | Ein Hauch von „Indiana Jones“ im Kreis Pinneberg. Das Gelände des neuen Gewerbegebiets neben der A23 in Borstel-Hohenraden wird ab Mitte Oktober zur Ausgrabungsstätte. „Wir bergen Überreste aus der Eisenzeit“, sagt Ingo Lütjens vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein. Dass er fündig wird, weiß Lütjens schon jetzt. Schließlich ergaben Voruntersuchungen Ende August, dass sich auf dem Areal an der Quickborner Straße historische Relikte befinden.

Schmelzöfen, Urnengräber, Hinweise auf Häuser – um all das zu bergen, rollen demnächst die Bagger an. Die entfernen erst einmal den Mutterboden. „Danach wird mit Schaufel und Kelle gearbeitet“, so der Experte vom Archäologischen Landesamt. Mindestens vier Mitarbeiter sind vor Ort. Die Relikte stammen laut Lütjens aus der Eisenzeit und wurden vermutlich vor 1500 bis 2000 Jahren hergestellt. „Eine genaue Datierung ist noch nicht möglich“, sagte Lütjens.

Die Funde kommen größtenteils nach Schleswig ins Landesmuseum. In welchem Zustand sie sein werden, steht allerdings nicht fest. So kann es sein, dass Teile nicht für die Nachwelt ausgestellt, sondern für wissenschaftliche Untersuchungen verwendet werden. Das Landesamt erhofft sich zum Beispiel Hinweise auf Grundrisse von alten Häusern. Dass in Borstel-Hohenraden etwas zu entdecken ist, war für das Archäologische Landesamt keine Überraschung. Da das Gebiet neben der Autobahn 23 bereits in einem Fundstellen-Kataster des Landes, das es bereits seit den 1920er Jahren gibt, verzeichnet war, waren die Funde erwartet worden.

Lütjens kann sich vorstellen, dass in den kommenden Jahren in Pinneberg und den Umlandgemeinden noch weitere Erinnerungen an vergangene Zeiten entdeckt werden. Schließlich sei das Gewerbegebiet an der A23 in Borstel-Hohenraden nicht der erste Ort, an dem Archäologen fündig wurden. Ausgrabungen des Archäologischen Landesamtes legten beispielsweise im Februar ein germanisches Langhaus an der Westumgehung frei.

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