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Pinneberger Tageblatt

20. November 2017 | 08:56 Uhr

In 100 Stunden zum Traumjob

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Beratung Kooperation zwischen Schulen und Arbeitsagentur soll Absolventen den Weg ins Studium und den Beruf erleichtern

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 16:00 Uhr

Die Arbeitsagentur Elmshorn und die Gebrüder-Humboldt-Schule (GHS) in Wedel haben einen Kooperationsvertrag geschlossen. So wollen sie Schülern den Weg ins Berufs- oder Universitätsleben ebnen. Inzwischen sind alle Gemeinschaftsschulen im Kreis Pinneberg beteiligt. In den vergangenen Monaten folgten fünf Gymnasien.

Die Agentur arbeitet in der Berufsberatung schon lange mit Schulen zusammen. „Mit den Verträgen erreichen wir Verstetigung und Verlässlichkeit – auch wenn mal eine Schulleitung wechselt“, sagt Uwe Schäfer, Teamleiter der Agentur für die Abteilung „U25“. Außerdem würden Standards für die Beratung an Schulen definiert. Kai Nerger, Ex-Oberstufenleiter der GHS, sagt: „Es gibt am Markt zahlreiche dubiose Privatanbieter für Berufsberatung. Wir brauchen aber seriöse Partner. Den seriösen Partner haben wir mit der Arbeitsagentur. Außerdem können wir Lehrer die immer komplexere Berufsberatung nicht mehr leisten.“

Siegfried Walther, Agentur-Berater für akademische Berufe, sagt: „Es gibt inzwischen mehr als 10 000 verschiedene Studiengänge. Hinzu kommen die dualen Ausbildungen. Die Schüler müssen schon früh beginnen, sich über ihre Zukunft Gedanken zu machen.“ Einer Faustformel nach benötigten Schüler etwa 100 Stunden an Beratungen, Informationsveranstaltungen oder Jobmessen, um einen geeigneten Studien- oder Ausbildungsgang zu finden. Nach Nergers Auffassung müssen Schüler deutlich früher aktiv werden als bisher. „Viele gehen erstmal für ein Jahr als ,fruit pickers’ (Erntehelfer, Anm. d. Red.) nach Australien, um sich zu orientieren. Meine Erfahrung ist aber, dass viele Melonen-Pflücker auch nach ihrer Rückkehr nicht wissen, was sie machen wollen.“

Walther wird in Zukunft etwa alle zwei Monate an die GHS kommen und jeweils halbstündige Einzelgespräche führen. Schwerpunkte in der Beratungen sind das unüberschaubare Angebot in Studium und Ausbildung, die Mobilität junger Leute, die persönliche Eignung und Finanzierungsmöglichkeiten. Dabei lotet er auch aus, ob eine Ausbildung für Abiturienten ein gute Alternative zum Studium ist.

Die Resonanz auf die freiwillige Beratung ist mäßig. „Wenn es gut läuft, erreiche ich etwa 50 Prozent eines Jahrgangs“, sagt Walther. Eine präzise Evaluation der Kooperationen gibt es laut Arbeitsagentur nicht. „Wir messen den Erfolg vor allem daran, dass geplante Veranstaltungen auf einem hohen qualitativen Niveau durchgeführt werden und dass möglichst viele Schüler Gespräche mit Beratern führen“, sagte Agentur-Pressesprecher Gerold Melson. Das Angebot wird aus dem Etat der Arbeitsagentur finanziert.

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