Hamburger SV : Immerhin ein Held von Bern

HSV-Verteidiger Jupp Posipal (5. von links) stand in der Mannschaft, die 1954 die Weltmeisterschaft gewann.
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HSV-Verteidiger Jupp Posipal (Fünfter von links) stand in der Mannschaft, die 1954 die Weltmeisterschaft gewann.

Vor 60 Jahren kam mit Jupp Posipal ein Weltmeister aus Hamburg. Bei der Fußball-WM in Brasilien ist kein HSV-Spieler im Kader.

shz.de von
08. Juni 2014, 18:00 Uhr

Hamburg | Jetzt kann nicht mal mehr der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft mit. HSV-Idol Uwe Seeler sollte ursprünglich der offiziellen deutschen Delegation angehören, die Deutschland bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien vertritt. Der 77-Jährige musste die Reise jedoch aus gesundheitlichen Gründen absagen.

Ein weiterer Beweis, dass die WM für den HSV unter keinem guten Stern steht. Erst verpassten Heiko Westermann, Marcell Jansen und René Adler den Sprung in den deutschen Kader, dann wurden Badelj und Ilicevic bei den Kroaten gestrichen und auch der Holländer. Rafael van der Vaart kann wegen einer Verletzung nicht teilnehmen. Einzig Verteidiger Johan Djourou wird als HSVer in Brasilien auflaufen.

Die übrigen Spieler müssen die WM-Atmosphäre dagegen vor dem Fernseher genießen. Nicht ganz überraschend. Denn tragende Rollen haben sie bei Weltmeisterschaften schon lange nicht mehr übernommen. Der letzte deutsche HSV-Nationalspieler, der für Schlagzeilen sorgte, war 1986 bei der WM in Mexiko Uli Stein. Der attackierte Teamchef Franz Beckenbauer und wurde wegen Majestätsbeleidigung vorzeitig nach Hause geschickt. Felix Magath und Dietmar Jakobs blieben bis zum Schluss und durften sich über die Vize-Weltmeisterschaft freuen. Den Vize-Titel schafften Magath, Manfred Kaltz und Horst Hrubesch auch 1982 in Spanien.

Nach 1986 war in Sachen WM aber für den HSV erst einmal Feierabend. Erst 2010 waren wieder Hamburger am Ball. Mit Piotr Trochowski, Marcell Jansen und Dennis Aogo durften gleich drei Aktive mit nach Südafrika, waren dort aber mehr dabei als mittendrin. Aber selbst das war nur ein kurzes Strohfeuer. 2014 ist kein HSVer in der deutschen Mannschaft am Start.

Dabei haben die Rothosen in früheren Jahren durchaus WM-Geschichte mitgeschrieben. So war bei der ersten deutschen Weltmeisterschaftsteilnahme 1934 in Italien mit Rudolf Noack auch ein HSV-Spieler dabei und belegte mit dem Team einen überraschenden dritten Platz.

1954 kamen mit Fritz Laband und vor allem Jupp Posipal zwei Weltmeister aus Hamburg. Posipal stand beim legendären Wunder von Bern sogar auf dem Platz. Und in den 60ern und 70ern errangen Uwe Seeler und Willi Schulz zwar keine Titel, durften sich aber immerhin über eine Final- und eine Halbfinalteilnahme freuen.

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