Himmelfahrt : Immer mehr Komasäufer

Die Polizei im Kreis Pinneberg wird an Himmelfahrt verstärkt Präsenz zeigen.
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Die Polizei im Kreis Pinneberg wird an Himmelfahrt verstärkt Präsenz zeigen.

Eine Krankenversicherung präsentiert eine neue Studie zum Trinkverhalten am Feiertag.

shz.de von
28. Mai 2014, 10:00 Uhr

Pinneberg | Am sogenannten Vatertag trinken vor allem Jugendliche oft bis zur Besinnungslosigkeit. Die Zahl der jungen Komasäufer in Deutschland steigt nach einer Auswertung der Krankenversicherung DAK an Christi Himmelfahrt drastisch an. Im Jahresschnitt kommen demnach jeden Tag 4,5 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren nach Alkohol-Exzessen in eine Klinik. „An den Vatertagen gab es einen deutlichen Anstieg um 180 Prozent auf 12,6 Fälle“, teilte die Kasse gestern in Hamburg mit.

Ob Jugendliche oder Erwachsene: Es hat immer wieder blutige Konsequenzen, wenn schwere Unfälle passieren oder Betrunkene im Rausch aneinander geraten. 2012 stach am Elbstrand von Kollmar (Kreis Steinburg) ein junger Mann aus Uetersen um sich. Vier Jugendliche verletzte er mit seinem Messer. Einem Elmshorner Schüler rammte er die Klinge in den Rücken, traf dessen Lunge. Ärzte retteten dem Jungen mit einer Not-OP das Leben. Der Täter wurde später zu einer Jugendstrafe verurteilt. Er hatte am Vatertag laut Gutachten 1,5 Promille Alkohol im Blut.

Im Jahr zuvor hatte ein Haseldorfer einen Betrunkenen aus Hamburg überfahren und getötet. Der Hamburger hatte mit drei Freunden gefeiert. Mit 1,39 Promille torkelten der 23-Jährige und seine drei Begleiter über die Allee zwischen Holm und Hetlingen. Allerdings war der Autofahrer nach dem Unfall mehrfach als Temposünder aufgefallen. Er wurde 2012 wegen Fahrlässigkeit zu einer Geldstrafe verurteilt.

Die Polizei im Kreis Pinneberg verzichtet aber auf besondere Aktionen. „Wir werden natürlich verstärkt Präsenz zeigen. Besondere Schwerpunktkontrollen sind aber nicht geplant“, sagte Polizeisprecherin Sandra Rüder gestern auf Anfrage. Ein Alkoholverbot etwa werde es nicht geben. Auch spezielle Handreichungen zum Verhalten an diesem Feiertag würden von der Polizei nicht verteilt. In den vergangenen Jahren habe es mit Sicht auf den Vatertag keine Besorgnis erregende Entwicklung gegeben. So seien auch keine Brennpunkte bekannt. Rüder sagte: „Wir erwarten, dass es ruhig bleibt.“

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