Opfer sind meistens Frauen : Immer mehr Fälle häuslicher Gewalt im Kreis Pinneberg

361 Mal musste die Polizei 2018 bisher im Kreis Pinneberg eingreifen. Die Tendenz ist steigend.

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23. November 2018, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Jeden Tag versucht im Schnitt ein Mann in Deutschland, seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. 2017 starben laut Zahlen des Bundeskriminalamts dabei 147 Frauen. Hinzu kommen Tausende Fälle von Vergewaltigung, Körperverletzung, Stalking und sexueller Nötigung. Allein im Kreis Pinneberg wurden im laufenden Jahr 361 Fälle häuslicher Gewalt verzeichnet, wie die zuständige Polizei Bad Segeberg auf Nachfrage mitteilte.

Todesfälle im Kreis wurden nicht genannt. Aber in 80 Fällen war die Gewalt so stark, dass die Polizei den gewalttätigen Partner aus der Wohnung verwiesen hatte. Dabei stiegen die erfassten Zahlen von häuslicher Gewalt insgesamt von etwa 80 in den Jahren 2013 und 2014 auf mehr als 350 in den Jahren 2017 und 2018.

Als Gründe für den deutlichen Anstieg nennt die Polizei unter anderem, „dass das Dunkelfeld in den vergangenen Jahren insbesondere durch zahlreiche Präventionsmaßnahmen verschiedener Institutionen erhellt wurde“. Das heißt: Die Zahlen sind unter anderem deshalb gestiegen, weil immer mehr Opfer häuslicher Gewalt den Mut gefunden haben, ihren Partner anzuzeigen. Ein weiterer Grund: Das Ausfüllen der erforderlichen Felder in der Vorgangsbearbeitung – damit die Fälle auch als häusliche Gewalt in der Statistik auftauchen – ist erst in den vergangenen Jahren angelaufen. Grundsätzlich gebe es in Zusammenhang mit häuslicher Gewalt eine hohe Dunkelziffer.

In den meisten Fällen häuslicher Gewalt sind die Täter Männer und die Opfer Frauen. Das sagte Yvette Karo vom Netzwerk gegen häusliche Gewalt im Kreis Pinneberg, am Donnerstag zum Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.

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