Sommer 2018 : Im Kreis Pinneberg ist genug Wasser für alle da

Mit der anhaltenden Hitze und dem fehlenden Niederschlag steigt allerdings auch der Wasserverbrauch.

Mit der anhaltenden Hitze und dem fehlenden Niederschlag steigt allerdings auch der Wasserverbrauch.

Wasserversorger in der Region beruhigen: Eine Knappheit ist trotz erhöhter Temperaturen nicht zu befürchten.

shz.de von
21. Juli 2018, 14:00 Uhr

Pinneberg | Seit Langem gibt es mal wieder einen Sommer, der den Namen auch verdient – seit Wochen erfreuen die ungewöhnlich hohen Temperaturen die Menschen in Norddeutschland. Mit der anhaltenden Hitze und dem fehlenden Niederschlag steigt allerdings auch der Wasserverbrauch. Der Rasen wird bewässert, Kinder plantschen im Garten, es wird häufiger geduscht und mehr getrunken. Eine Trinkwasserknappheit wie andernorts in Deutschland – beispielsweise im Norden Schleswig-Holsteins – ist im Kreis Pinneberg jedoch nicht zu befürchten. Das geben die lokalen Wasserversorger auf Nachfrage unserer Zeitung bekannt. Allerdings könne der Wasserdruck in Stoßzeiten kurzfristig abfallen. Davon seien vor allem ländliche Gebiete betroffen.

Ein Ressourcenproblem wie im Gebiet des Wasserverbands Norderdithmarschen schließen die Wasserversorger im Kreis Pinneberg aus: „Grundwasser ist quantitativ genug vorhanden“, heißt es seitens der Stadtwerke Wedel. Das bestätigen auch die Quickborner Stadtwerke: „Für Zeiträume mit geringem Niederschlag halten wir ausreichend Reservekapazitäten vor.“

Andere Situation im Norden des Landes

Das sieht im Norden des Landes anders aus. Der Wasserverband Norderdithmarschen hat in dieser Woche die Bürger gebeten, „zur Sicherung der öffentlichen Trinkwasserversorgung“ das Sprengen von Rasenflächen und Sportplätzen, das Befüllen von privaten Schwimmbecken und das Waschen von Fahrzeugen mit Trinkwasser zu vermeiden. „So tragen Sie dazu bei, dass Spitzenabgaben im Trinkwassernetz vermieden werden und Wasser auch weiterhin in ausreichendem Umfang für Menschen und Tiere zur Verfügung gestellt werden kann“, heißt es in einer Mitteilung des Wasserverbands.

Anders sieht es im Süden des Landes aus: „Die primär genutzten unteren Grundwasserleiter werden durch die temporären Trockenperioden nicht unmittelbar beeinflusst“, erläutert Fred Freyermuth von den Stadtwerken Barmstedt im Gespräch mit unserer Zeitung. Grundwasserleiter sind Gesteinskörper mit Hohlräumen, die Grundwasser enthalten. Da die Neubildung von Grundwasser sehr tief im Boden geschieht, entsteht das Wasser, das aus dem Hahn kommt, schon viele Jahre im Voraus.

Engpässe nur bei technischen Problemen

„Engpässe können in unserer Region ausschließlich dann eintreten, wenn die technische Ausstattung der Werke unterdimensioniert ist“, sagt Natali Steffen, Sprecherin der Stadtwerke Wedel. Grund dafür wäre zum Beispiel eine erhöhte Nachfrage. „Wenn alle gleichzeitig den Rasen sprengen und duschen, kann es ab und an zu einem Druckabfall kommen“, informiert Gerhard Gehrke, Betriebsleiter des Wasserwerks Haseldorfer Marsch.

Die Gefahr eines vorübergehenden Druckabfalls  bestehe vor allem in ländlichen Regionen: „Bei langen Versorgungsleitungen machen sich Druckverluste aufgrund erhöhter Strömungsgeschwindigkeiten im Rohr mehr bemerkbar als auf kurzen Strecken“, ergänzt Freyermuth. Erschwerend komme hinzu, dass im ländlichen Raum bewusst schmalere Rohre bei deren Verlegung gewählt wurden, damit das Wasser bei geringerer Nachfrage nicht zu lange im Rohr verweilt. Mit einem Ausfall der Ressource Grundwasser dürfe das aber nicht verwechselt werden. Nehme die Nachfrage ab, steige  auch der Wasserdruck wieder.

Auch wenn die Menschen im Kreis Pinneberg keine Trinkwasserknappheit befürchten müssen, fallen die derzeitigen Fördermengen stark ins Gewicht. Die Stadtwerke Wedel etwa verzeichneten im Mai ein Plus von 14 Prozent. An besonders heißen Tagen falle der Anstieg sogar noch extremer aus, gab Steffen auf Nachfrage bekannt. Das könnte die Menschen in der Region teuer zu stehen kommen – allerdings erst am Ende des Jahres, wenn die Wasserzähler abgelesen werden. Besonders teuer werde es in Wedel. Dort kostet der Kubikmeter Trinkwasser 2,11 Euro. Damit ist die nasse Abkühlung mehr als doppelt so teuer wie in Ellerhoop. Ein Euro wird dort pro Kubikmeter fällig – günstiger kann man sich im Kreis Pinneberg nicht erfrischen.

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