Erziehung : Im Kreis Pinneberg fordern Plakate jetzt von Eltern: Erst das Kind, dann das Smartphone

Mit einer Plakataktion im Kreis Pinneberg sollen Eltern bewegt werden, ihr Smartphone-Nutzverhalten zu hinterfragen.
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Mit einer Plakataktion im Kreis Pinneberg sollen Eltern bewegt werden, ihr Smartphone-Nutzverhalten zu hinterfragen.

Mit Bildern in Rathäusern, Kindertagesstätten und Familienzentren sollen Eltern zur Selbstkritik anregt werden.

shz.de von
29. Mai 2018, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Smartphones sind schon lange mehr als nur ein Telefon. Schnell mal eben E-Mails checken, eine Überweisung auf den Weg bringen und schauen, ob die Bestellung aus dem Online-Shop schon auf dem Weg ist. Dann noch kurz via Facebook oder Instagram gucken, was die Freunde gerade so machen. Eigentlich geht alles für sich genommen schnell, aber in der Summe wird jede Menge Zeit pro Tag im Internet verbracht – oft zum unbewussten Nachteil für die eigene Familie. Die Ablenkung ist groß und manchmal tauchen Eltern regelrecht ab in die digitalen Welten. Dadurch können wichtige Bindungserfahrungen zwischen Eltern und Kind verloren gehen. Außerdem sind es gerade die Eltern, die mit ihrem Verhalten Vorbild für die Kinder sind.

Eltern oft vom Smartphone abgelenkt

„Über 200-mal täglich greifen wir im Schnitt zu unserem Smartphone, es ist immer in unserer Nähe und aus dem Alltag von Familien nicht mehr wegzudenken“, erzählt Silvia Stolze, Koordinatorin für die Suchtprävention im Kreis Pinneberg. Vielen Eltern ist bewusst, dass ein Smartphone nicht in Kinderhände gehört. Aber was passiert, wenn die Eltern sich nicht von dem Gerät lösen können? Schnell noch auf dem Spielplatz eine Nachricht schreiben oder beim Essen schauen, wen Donald Trump diesmal via Twitter im Visier hat.

Um auf den bewussten Umgang mit dem Smartphone aufmerksam zu machen, haben Suchtexpertin Stolze und Ramona Lübcke, Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen im Kreis Pinneberg, die Plakatkampagne „Heute schon mit ihrem Kind gesprochen/gespielt?“ in die Region geholt. Zuvor wurde die Kampagne erfolgreich in der Hansestadt und im Landkreis Rostock initiiert. „Wir halten das Thema für sehr wichtig. Denn Eltern haben eine Verantwortung für eine positive geistig-seelische Entwicklung ihrer Kinder“, sagt Lübcke. Mit der erprobten Aktion habe man nun eine gute Vorlage auch für den Kreis Pinneberg.

Plakate sollen zum nachdenken anregen

Die Plakate mit Alltagssituationen sollen junge Eltern zum Nachdenken und Reflektieren des eigenen Umgangs mit dem Smartphone und anderen digitalen Medien anregen. Die Plakate sind in Kindertagesstätten, Familienzentren, Rathäusern und verschiedenen Beratungsstellen aufgehängt.

Begleitet wird die Kampagne durch das Netzwerk Frühe Hilfen und die Suchtberatungsstellen des Kreises Pinneberg. Im Netzwerk Frühe Hilfen kommen Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen zusammen. Dazu gehören Hebammen, und Ärzte aber auch Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, der Schwangerschaftsberatung und Frühförderung.

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