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Diakonie Pinneberg : Im Kampf gegen Obdachlosigkeit

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Beratungsstellen der Diakonie helfen Menschen, denen der Verlust der Wohnung droht. 202 Klienten gab es im vergangenen Jahr.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2014 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Ein Dach über dem Kopf gilt als Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Wer an die Tür der Sozialen Wohnraumhilfe oder der Beratungsstelle für Wohnungslose in der Pinneberger Bahnhofstraße anklopft, dem droht entweder der Verlust des Zuhauses, oder es ist bereits zu spät. Probleme, die immer häufiger werden. 2013 suchten 202 Menschen die Hilfe der Einrichtung der Diakonie.

Die Soziale Wohnraumhilfe, für die Christa Hausmann arbeitet, ist für Klienten zuständig, die noch ein Heim haben. „Wenn eine Räumungsklage droht, werden wir von der Stadt informiert und versuchen auf die Betroffenen zuzugehen“, sagt Hausmann. Oft wissen Menschen, die die Kontrolle über ihre Finanzen verlieren, nicht, welche Möglichkeiten es noch gibt. Hausmann:„Das Jobcenter kann unter Umständen die Mietrückstände über ein Darlehen übernehmen.“ Manche Vermieter lassen sich besänftigen, wenn die Klienten sich freiwillig bereit erklären, ihre Geldangelegenheiten zeitweise von der Wohnraumhilfe abwickeln zu lassen. In zirka der Hälfte der Fälle kann mit Hilfe der Beratungssstelle ein Verlust der Wohnung verhindert werden.

Nicht bei allen Klienten von Hausmann und ihrem Team ist die Situation so dramatisch. In der Bahnhofstraße werden auch Menschen mit wenig Geld beraten, die ganz grundsätzlich eine sozial geförderte und somit bezahlbare Wohnung suchen. Im Speckgürtel der teuren Metropole Hamburg ein echtes Problem. Die Wohnraumhilfe nennt Anlaufstellen und hilft bei der Vorbereitung auf die Wohnungssuche.

Antje Mause arbeitet für die Beratungsstelle für Wohnungslose und ist für den ganzen Kreis Pinneberg zuständig. Wer bei ihr vorbeischaut, hat zwar manchmal noch eine Wohnung, aber noch gravierende Handicaps wie Suchtprobleme oder psychische Erkrankungen. „Manche Klienten schaffen es nicht mehr, das Geld an den Vermieter weiterzureichen“, sagt Mause. „Sie haben Angst ihre Post zu öffnen, weil sie ihr Schuldenberg erdrückt.“ In solchen Fällen vermittelt Mause weitreichendere Unterstützung, wie Therapieangebote. Oft ist es ein weiter Weg. Besonders bei der zweiten Zielgruppe: Menschen, die bereits obdachlos geworden sind. Zum einen müssen die Betroffenen ihre persönlichen Probleme in den Griff bekommen. Doch auch die hohen Mieten führen dazu, dass die Verweildauer in Obdachlosenunterkünften immer länger wird. Die Erfahrung zeigt jedoch auch, dass es sich lohnt, dass in der Beratungssstelle kein Mensch aufgegeben wird. Ein Klient lebte 19 Jahre in einer Pinneberger Obdachlosenunterkunft. „Am Ende haben wir es aber geschafft, ihm eine neue Wohnung zu vermitteln“, sagt Hausmann. Sie klingt ein bisschen stolz.

Die gemeinsamen Büros der Wohnungslosenhilfe im Kreis Pinneberg und der Sozialen Wohnraumhilfe befinden sich in der Bahnhofstraße 12. Träger der Beratungsstellen ist die Diakonie. Die Einrichtungen bieten offene Sprechstunden am Montag, von 10 bis 12 Uhr und am Donnerstag von 9 bis 12 Uhr an. Dienstags von 10 bis 12 Uhr gibt es eine gesonderte Sprechstunde nur für Frauen. Ansonsten können unter der Telefonnummer 04101-8528014 Termine vereinbart werden.
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