Dreiste Masche mit Altkleidern : Illegale Textilcontainer in Pinneberg aufgestellt

Empört über den illegalen Container vorm Sozialkaufhaus: Kaufhausleiter Alexander Seroka (l.) und Wolfram Gambke, Kreisprojektleiter der Awo.
Empört über den illegalen Container vorm Sozialkaufhaus: Kaufhausleiter Alexander Seroka (l.) und Wolfram Gambke, Kreisprojektleiter der Awo.

An der Ecke Osterholder Allee/Rethwiese ist ein Altkleidercontainer aufgestellt worden. Illegal. Direkt vor dem Pinneberger Awo-Sozialkaufhaus.

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04. April 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg | Wer Altkleider spendet, denkt er tut etwas Gutes. Doch fiese Trickser nutzen diese Hilfsbereitschaft aus. Donnerstagnacht wurde an der Ecke Osterholder Allee/Rethwiese ein Altkleidercontainer aufgestellt. Illegal. Direkt vor dem Pinneberger Awo-Sozialkaufhaus. Doch wer hier seine alten Klamotten reinschmeißt, spendet nicht an eine gemeinnützige Organisation. Stattdessen beschert er den Halunken ein lukratives Geschäft: „Die Kleidung wird wahrscheinlich an Second-Hand-Läden verkauft“, vermutet Wolfram Gambke, Awo-Projektleiter für den Kreis Pinneberg. „Der Rest wird einfach weggeschmissen“, ergänzt er.

Die dreiste Masche kennt der 55-Jährige bereits. „Vor zwei Jahren wurde schon einmal an der selben Stelle so ein Container abgestellt, in grün“, sagt er. Auch der Kaufhausleiter Alexander Seroka ist empört: „Denen geht’s nur ums Geld. Sie nutzen Gutmenschentum aus“, wettert er. „Gerade in der jetzigen Zeit ist der Bedarf hoch, es kommen viele Flüchtlinge“, sagt der 34-Jährige.

Wer genau hinschaut, enttarnt die illegalen Sammelbehälter schnell: Sie sind billig verarbeitet, kleiner als die gängigen Container und nicht mit offiziellen Siegeln – wie die des Deutschen Roten Kreuzes oder der Awo – gekennzeichnet. Stattdessen klafft ein rot-gelber Sticker darauf: „Dieser Container ist genehmigt. Widerrechtlich dazugestellte Container werden sofort kostenpflichtig eingezogen“, steht darauf. Eine Farce.

Wolfram Gambke, Kreisprojektleiter der Awo kennzeichnet den illegalen Container. (Foto: Oster)
Wolfram Gambke, Kreisprojektleiter der Awo kennzeichnet den illegalen Container. (Foto: Oster)
 

Der Container an der Osterholder Allee ist nicht der einzige, der über Nacht in Pinneberg aufgestellt wurde. Auch auf dem Parkplatz von Edeka Meyer im Quellental steht ein baugleicher Behälter. Dort wussten die Mitarbeiter bis zur Anfrage dieser Zeitung gar nichts davon. „Der Container hat hier natürlich nichts zu suchen, wir werden ihn alsbald möglich entfernen“, sagt Edeka-Mitarbeiter Marius Kunietzku.

Fieser Trick: Mit diesen Stickern gaukeln die Aufsteller der Container Seriosität vor. (Foto: Oster)
Fieser Trick: Mit diesen Stickern gaukeln die Aufsteller der Container Seriosität vor. (Foto: Oster)
 

Und was passiert mit dem Container vor dem Sozialkaufhaus? Vorerst hat Gambke ihn als illegal gekennzeichnet. Das Grundstück gehöre einer Hausverwaltung. „Vor zwei Jahren stand auf dem Container noch ein Firmenverweis, auf diesem steht gar nichts. Er wird einfach entsorgt“, sagt Gambke. Die Trickser seien auf das schnelle Geld aus, nehmen in Kauf, dass die Blechboxen abtransportiert werden. Der echte Awo-Container steht übrigens rechts um die Ecke des Kaufhauses und ist mit Siegeln versehen.

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