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Portrait : „Ich wollte gern etwas zurückgeben“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wilfried Kniffka (69) engagiert sich seit seiner Jugend ehrenamtlich in Pinneberg - er war unter anderem 1966 bei der Gründung der Lebenshilfe dabei und ist seit 1998 im Vorstand der Lions.

„Ich habe selbst viel Glück in meinem Leben gehabt“. Dieser Satz ist Wilfried Kniffka wichtig. Eine intakte Familie. Erfolg im Beruf. Auch deshalb war es für den Pinneberger immer selbstverständlich der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Sei es als langjähriges Mitglied der Pinneberger Lions, als Gründungsvorstand der Lebenshilfe oder als Mitbegründer eines Seniorenheims in Wilhelmshaven. Der Bankdirektor im Ruhestand hatte im Beruf immer viel mit Zahlen zu tun. In seiner Freizeit setzte er seine Fähigkeiten für Menschen ein.

Dabei erlebt Kniffka selbst einen dramatischen Start in sein Leben. Geboren 1944 im Kreis Neidenburg in Ostpreußen. Seine Familie flieht vor der heranrückenden Roten Armee als Kniffka erst wenige Wochen alt ist. „Nach einem Aufenthalt im Rheinland landeten wir dann – ganz zufällig – 1946 in Pinneberg.“ Hier wird der Ostpreuße heimisch, hier beginnt er seine Ausbildung. Von 1979 bis 1989 lebt er allerdings in Wilhelmshaven, der Karriere bei der Volksbank wegen.

Obwohl die Kniffkas keine sehr christliche Familie sind, besucht er regelmäßig die Gottesdienste in der heutigen Lutherkirche und wird schließlich Helfer beim Kindergottesdienst und Betreuer der Jugendgruppen. „Dieses Engagement hat mir sehr viel Spaß gemacht.“ Der Kirche bleibt Kniffka treu. 1971 wird er Mitglied im Kirchenvorstand. Bis heute ist der Pinneberger für den Kirchenkreis Hamburg-West-Südholstein tätig. Auch aufgrund seiner Wirtschaftskompetenz wird der Banker 1966 gefragt, ob er bei der Gründung der Pinneberger Lebenshilfe als Vorstand mitwirken wolle. „Es wurde jemand gesucht, der das Geld verwalten kann“, so Kniffka lächelnd. Eine Zeit lang arbeitet er auch als ehrenamtlicher Geschäftsführer der Schenefelder Abteilung des Vereins, der sich für Menschen mit Behinderungen einsetzt. „Unglaublich, wie sich die Lebenshilfe entwickelt hat, von den kleinsten Anfängen damals.“ Auch während seines Aufenthalts in Wilhelmshaven engagiert sich Kniffka weiter für die Kirche. „Da ist dann schließlich ein Verein an mich herangetreten, der in der Stadt ein christliches Seniorenheim errichten wollte“, erzählt er. Tatsächlich erhalten Kniffka und sein Team den Zuschlag und können mit dem Bau beginnen. „Das war etwas ganz Besonderes.“

Dem Lions-Club tritt der Pinneberger 1994 bei. „Von 1998 bis 2012 war ich Schatzmeister, mittlerweile bin ich als Vorsitzender der Fördergemeinschaft tätig“, beschreibt er seine Aufgaben. Im Jahr 2000 übernimmt er das jährlich wechselnde Amt des Präsidenten. Ein Lohn für seinen Dienst bei der Wohltätigkeitsorganisation: Ende 2013 wird Kniffka – erst als dritter Pinneberger Lion – mit dem „Melvin-Jones-Fellowship-Award“ ausgezeichnet, die höchste Form der Anerkennung bei der weltumspannenden Organisation. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagt der Geehrte. Er betont, dass Engagement nur in der Gemeinschaft funktionieren könne. „Ohne die richtigen Mitstreiter, die alle an einem Strang ziehen, hätte ich nichts erreichen können“. Auch seine Familie habe ihm immer den Rücken freigehalten. Dabei steckt der Rentner noch heute viel Zeit in das Ehrenamt. „Das ist schon das Gegenstück zu einem Halbtagsjob“, betont er. Aber auch wenn Kniffka „oft spät nach Hause gekommen ist“, das Erreichte ist für ihn der schönste Lohn.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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