Jacqueline Görner : „Ich will auf der Bühne zeigen, wer ich bin“

Musik ist für Jacqueline ein wichtiger Bestandteil des Lebens.
Musik ist für Jacqueline ein wichtiger Bestandteil des Lebens.

Jacqueline Görner aus Halstenbek träumt von einer Karriere als Sängerin. Bei „Appen musiziert“ tritt sie auf.

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08. März 2014, 06:00 Uhr

Halstenbek | Mikrofon, ein paar CDs, Musikanlage, ein Keyboard – das ist Jacqueline Görners Reich, in dem sie sich wohl fühlt. Eine kleine Ecke im Keller ihres Großvaters Wolfgang Görner ist der Ort, von dem aus die 18-Jährige eine Karriere als Sängerin starten will.

Schon seit 2005 steht sie regelmäßig auf der Bühne. Ihr Debüt feierte sie bei einer Kinderdisco im Spanienurlaub. In ihrem Heimatort Halstenbek ist sie durch ihre Shows bei den Herbstfesten schon längst ein kleiner Star. Und in Kiel sang sie bei einer Oldie-Party bereits vor rund 1000 Besuchern. Ihr bisher größter Auftritt folgt am 12. April bei „Appen musiziert“. Dann wird Jacqueline vor fast 5000 Zuhörern „One Moment In Time“ von Whitney Houston singen. Ein Song, den sie schon häufiger präsentiert hat. Routine schützt jedoch nicht vor Nervosität. „Ich habe vor jedem Auftritt Lampenfieber“, sagt Jacqueline.

Die 18-Jährige ist nämlich kein Typ, der gern im Mittelpunkt steht und bezeichnet sich selbst als eher schüchtern. Freundlich, gut gelaunt, aber auch ein wenig zurückhaltend wirkt sie im Gespräch. „Ich stehe auch auf der Bühne, um selbstbewusster werden“, bekennt sie. Mit der Zurückhaltung ist es allerdings sofort vorbei, sobald Jacqueline das Mikrofon in die Hand nimmt. Ihr größter Fan und zugleich auch eine Art Manager ist ihr Großvater Wolfgang Görner. „Wenn ich ihre Stimme höre, bin ich hin und weg“, sagt der stolze Opa, früher selbst Musiker. „Das Talent liegt in der Familie“, stellt Wolfgang Görner fest. Er hat praktisch alle Auftritte Jacquelines auf DVD aufgezeichnet. Nicht nur zur Freude seiner Enkelin. Die schaut sich gerade ihre älteren Darbietungen nicht sonderlich gern an. „Da war ich ja noch ein Kind“, sagt sie fast entschuldigend, wenn der Opa aus den Archiven die durchaus gelungenen ersten musikalischen Gehversuche hervorholt.

Damit die 18-Jährige ungestört üben kann, hat er ihr im Keller einen kleinen Musikraum eingerichtet, in dem Jacqueline den größten Teil ihrer Freizeit verbringt. Für andere Hobbys wie Schwimmen und Reiten bleibt nur wenig Zeit. Doch nicht nur im Keller verfeinert sie ihre künstlerischen Fähigkeiten. Zusätzlich nimmt Jacqueline Gesangsunterricht an der Hamburger „School of Music“. „Musik ist mein Ein und Alles“, erklärt sie. Sie singt praktisch überall. „Natürlich auch unter der Dusche“, erklärt sie schmunzelnd. Sie ist aber nicht nur gut bei Stimme. Jacqueline spielt auch Gitarre.

Eine Karriere im Showbusiness ist ihr Ziel. Da Jacqueline bewusst ist, dass es keine Garantie auf den großen Erfolg gibt, setzt sie erst einmal auf Sicherheit. Seit anderthalb Jahren lässt die 18-Jährige sich in Norderstedt zur Fachangestellten Bäderbetriebe ausbilden. Ihre Lehrstelle hat sie sich übrigens „ersungen“. Ihre Chefs hatten von ihrem Talent erfahren und wollten beim Vorstellungsgespräch eine Kostprobe hören. Die Gesangseinlage hat offensichtlich überzeugt.

Nach der Ausbildung soll dann der Sprung auf die großen Bühnen gelingen. „Eine eigene Show wäre ein Traum“, sagt Jacqueline. Beim Halstenbeker Herbstfest durfte sie schon mal zehn Songs am Stück präsentieren. Bisher covert sie bekannte Lieder berühmter Sänger. Schlager, Oldies, Pop – ihr Repertoire ist groß. „Nur Heavy Metal mag ich nicht.“ Sie will allerdings keine Kopie von irgendwelchen Stars sein. „Ich will auf der Bühne zeigen, wer ich bin“, betont Jacqueline. Besonders gut gefallen ihr die Disney-Stars Demi Lovato und Miley Cyrus, die durch „Camp Rock“ beziehungsweise „Hannah Montana“ zu absoluten Teenie-Lieblingen aufstiegen. Auch Helene Fischer gehört zu ihren Vorbildern. Die Musicalbühne wäre dagegen eher eine Notlösung. Stattdessen träumt Jacqueline davon, mit eigenen Songs in die Charts zu kommen. Dafür könnte sie sich sogar die Teilnahme an einer Casting-Sendung vorstellen. „Es kommt nur darauf an, welche Show das ist.“ „Deutschland sucht den Superstar“ komme definitiv nicht in Frage, „The Voice of Germany“ findet die junge Künstlerin dagegen klasse. Für die Halstenbekerin ist klar, dass sie auch nach einem eventuellen musikalischen Durchbruch auf dem Boden bleibt. Mit den divenhaften Allüren mancher Popstars kann sie nichts anfangen. Sie sei dazu erzogen worden, höflich und hilfsbereit zu sein, erklärt die 18-Jährige. Diese Eigenschaften seien ihr sehr wichtig. Daran werde sich auch nichts ändern. „Ich bin keine Zicke.“

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