zur Navigation springen

Das Sonntagsgespräch : „Ich kann mich nicht einfach aufs Sofa legen“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heute sprechen wir mit Manfred Maier, dem Vorsitzenden des TuS Hasloh.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2015 | 15:00 Uhr

Hasloh | Er ist Vorsitzender des TuS Hasloh und des Naturschutzvereins Hasloh/Quickborn, Mitglied der Feuerwehr und des Träger- und Fördervereins Henri-Goldstein-Haus Quickborn. Manfred Maier ist nicht nur in einer Funktion ehrenamtlich tätig. Im Sonntagsgespräch erklärt er, warum er sich so leidenschaftlich engagiert.

Wie kommt es, dass Sie in so vielen Funktionen ehrenamtlich tätig sind?
Manfred Maier: Vielleicht liegt es an meinen Freunden. Viele sind in unterschiedlichen Bereichen aktiv und haben mich gefragt, ob ich mitmachen will. Ich habe eigentlich keine Aufgabe gezielt übernommen. Meistens bin ich nur reingerutscht. Häufig war die Begeisterung anfangs gar nicht so groß. Ich hätte mir beispielsweise nie vorstellen können, Vorsitzender des TuS Hasloh zu werden. Nun bringt mir die Arbeit riesigen Spaß.

Können Sie denn auch mal „Nein“ sagen?
Natürlich – aber nur schlecht.

Gibt es eine Tätigkeit, die Ihnen besonders am Herzen liegt?
Das ist gleich verteilt. Besonders gefordert werde ich allerdings durch die Tätigkeit beim TuS.

Mit was für Problemen hat der Verein zu kämpfen?
Wir haben nur noch 758 Mitglieder, davon sind die Hälfte Jugendliche. Beim anderen Teil handelt es sich größtenteils um die Älteren. Der Bereich der 25- bis 45-Jährigen ist dagegen kaum vertreten. Andere Vereine haben mit diesem Problem ebenfalls zu kämpfen. Immerhin haben wir unsere finanziellen Schwierigkeiten in den Griff bekommen. Dafür waren einige Umstrukturierungen erforderlich. So werden die Trainer beispielsweise monatlich bezahlt und können nicht mehr jede Stunde abrechnen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Vereins?
Auf unserem Vereinsgelände ist unter dem Restaurant ein Keller, der etwa 120 Quadratmeter groß ist. Ich finde es schade, dass ein so großer Raum nur als Abstellplatz genutzt wird. Eigentlich sollte daraus ein weiterer Sportraum werden. Das ließ sich bisher aus finanziellen Gründen nicht realisieren. Ich wünsche mir, dass das mein Nachfolger schafft.

Wie bekommen Sie Ihre verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten unter einen Hut?
Das funktioniert prima. Schließlich bin ich schon im Ruhestand. Ich stelle manchmal sogar donnerstags ganz erstaunt fest, dass ich nichts mehr zu erledigen habe. Mir bringt es einfach Spaß, mich zu engagieren. Ich kann mich nicht einfach aufs Sofa legen und gar nichts tun. Meine Frau ist übrigens auch sehr aktiv. Ehrenamtliches Engagement funktioniert nur, wenn die Familie ebenfalls mitmacht.

Sie setzen sich zudem für den Träger- und Förderverein Henri-Goldstein-Haus Quickborn ein, der an die Zeit des Nationalsozialismus in Quickborn erinnert. Warum ist es wichtig, sich mit diesem Thema zu beschäftigen?
Manche tun immer noch so, als wäre in Quickborn nie etwas passiert und als ob es kein Lager für jüdische Kriegsgefangene  gegeben hätte. Deshalb ist es wichtig, an diese Epoche zu erinnern. Dass längst nicht alle in Deutschland die Schrecken der NS-Zeit richtig einordnen, zeigt die Pegida-Bewegung.

Sie haben sich dabei auch mit historischen Dokumenten beschäftigt. Was reizt Sie an einer solchen Arbeit?
In den Archiven nach Unterlagen aus der damaligen Zeit zu suchen, war spannend und arbeitsintensiv. Dass mir die Recherche liegt, dürfte mit meiner früheren beruflichen Tätigkeit bei der Kriminalpolizei zusammenhängen. Da habe ich gelernt, mich in Archiven zurechtzufinden und pingelig zu sein. Es muss bei mir halt einfach alles stimmen.

Zur Person: Manfred Maier (74) arbeitete vor seiner Pensionierung bei der Kriminalpolizei. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und fünf Enkelkinder.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen