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Das Sonntagsgespräch : „Ich helfe Menschen dabei, anderen zu helfen“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heute mit Maike Gosch-Matthies, Vorsitzende DRK Ellerbek.

shz.de von
erstellt am 16.Aug.2015 | 14:30 Uhr

Ellerbek | Maike Gosch Matthies ist Vorsitzende des Ellerbeker DRK-Ortsvereins, der vor kurzem sein 75-jähriges Bestehen gefeiert hat. Im Sonntagsgespräch erklärt sie, warum der Ortsverein auch ein Familienbetrieb ist.

Wie kamen Sie zum DRK?
Das wurde mir schon in die Wiege gelegt. Mein Vater gehört ebenfalls dem DRK an und war viele Jahre Vorsitzender des Ellerbeker Ortsvereins, bis er von mir abgelöst wurde. Ich habe mit elf Jahren beim Jugendrotkreuz in Rellingen angefangen und bin seitdem meinen Weg gegangen. So arbeite ich beispielsweise auf Kreisebene als Ausbilderin.

Das Ellerbeker DRK hat vor kurzem sein 75-jähriges Bestehen gefeiert. Was zeichnet den Ortsverein aus?
Wir sind im Prinzip erst seit Ende der 80-er Jahre wirklich aktiv. Es ist uns aber relativ schnell gelungen, uns im Ort zu etablieren. Blutspendeaktionen, Kleidersammlungen, Sanitätsdienste bei Handballspielen des TSV Ellerbek – wir machen einiges und haben dadurch ein hervorragendes Ansehen. Alles bewältigen wir mit relativ wenigen Helfern. Derzeit haben wir 62 Mitglieder, die meisten allerdings passiv. Dank der Arbeit des engagierten Vorstandsteams und der Unterstützung meiner Familie sind wir in der Lage, einiges auf die Beine zu stellen. Diese Gemeinschaft ist eine der großen Stärken unseres Ortsvereins.

Mit was für Problemen hat das DRK zu kämpfen?
Mehr Zuwachs wäre wünschenswert, ist aber wahrscheinlich nicht realistisch. Heutzutage ist es einfach nicht mehr üblich, die Hilfsorganisationen zu unterstützen. Deshalb ist es schon ein Erfolg, dass unsere Mitgliederzahlen seit Jahren konstant geblieben sind. Das DRK hat einfach nicht mehr die Lobby wie früher.

Woran liegt das?
Schwer zu sagen. Vermutlich ist das ein Trend der Zeit. Das DRK ist einfach da und wird gar nicht mehr beachtet. Der Einsatz bei Feuerwehreinsätzen oder bei Großveranstaltungen wird von vielen als selbstverständlich betrachtet. Die lange Tradition ist vielleicht manchmal mehr Fluch als Segen. Dazu kommt, dass es für das DRK schwierig ist, sich ein modernes Image zu geben. Zumal sich die Arbeit nicht großartig verändert.

Wieso lohnt es sich, zum DRK zu gehen?
Ich persönlich finde es einfach schön, dass meine Arbeit anerkannt wird und das DRK ein fester Teil des Lebens in Ellerbek ist. Auch die Arbeit als Ausbilderin bedeutet mir sehr viel. Ich helfe dabei Menschen, sich selbst oder anderen zu helfen. Wenn dadurch nur eine Person gerettet wird, hat sich die Mühe schon gelohnt. Ich bin auch gerne bei größeren Veranstaltungen als Sanitätsdienst dabei. Dort treffe ich Freunde, genieße es, mit ihnen zusammen zu sein und kann im Notfall eingreifen. Dabei habe ich einen großen Vorteil: Ich brauche mir keine Gedanken machen, was ich anziehe. Wir beim DRK tragen immer dasselbe.

Gibt es Erlebnisse, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
Es gibt ganz viele besondere Ereignisse, die ich immer wieder durchlebe. Ausflüge, Wettbewerbe, Sanitätsdienste – ich habe in den vergangenen Jahrzehnten einiges erlebt. Besondere Situationen sind sicher immer wieder die gemeinsamen Einsätze mit der Feuerwehr, die ich schon seit Jahren begleite. Ereignisse wie die Großbrände der Kartbahn in Bönningstedt oder der Holzhandlung in Ellerbek vergisst man nicht so schnell. Da auch der Rettungsdienst vor Ort ist, brauche ich mich nicht um die medizinische Versorgung zu kümmern. So kann ich Opfer oder auch die Mitglieder der Feuerwehr einfach mal in den Arm nehmen und ihnen zuhören, wenn es nötig ist.

Maike Gosch-Matthies (47) ist seit 36 Jahren Mitglied des DRK. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. 
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