„Ich habe noch eine Chance“

Jitendra Sharma zeigte sich im Interview mit Volontärin Felisa Kowalewski zufrieden – er will wieder antreten.
Jitendra Sharma zeigte sich im Interview mit Volontärin Felisa Kowalewski zufrieden – er will wieder antreten.

Kandidat Jitendra Sharma ist mit Wahlergebnis zufrieden und will erneut antreten / Wahlplakat verbrannt

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09. September 2018, 17:04 Uhr

Er wollte ins Rathaus, den Sanierungsstau an Pinnebergs Schulen und die Kita-Betreuung anpacken – doch am Ende hat es nicht gereicht für Jitendra Sharma. Der parteilose Kandidat unterlag bei bei der gestrigen Wahl mit 27,5 zu 72,5 Prozent der Amtsinhaberin Urte Steinberg, ebenfalls parteilos. Vor Ende der Stimmenauszählung hatte er noch auf etwas mehr gehofft. Nachdem Sharma das Ergebnis vernahm, kommentierte er jedoch: „Alles gut.“ Die niedrige Wahlbeteiligung kritisierte er: „Es waren nicht einmal 10 000. Das ist zu wenig.“

Ein Vorfall trübte bereits im Vorfeld die Stimmung: Mehrere Wahlplakate des Inders wurden am vergangenen Wochenende zerstört, eines sogar verbrannt. „ Meine Plakate wurden mutwillig zerstört. Dies kränkt mich zutiefst, da Sie ja sicherlich auch wissen, dass ich jedes einzelne Plakat mit eigenen Händen aufgehangen habe“, sagte Sharma dazu. „Ich finde in der heutigen Zeit kann man Kritik auch anders äußern.“ Auch Plakate des türkischstämmigen CDU-Politikers Baris Karabacak waren vor der Kommunalwahl im Mai Ziel ähnlicher Attacken. Sharma schloss einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus.

Sein Wahlergebnis sieht Sharma trotzdem als Erfolg, und das wurde gestern noch im Familienkreis gefeiert. „Mir haben viele geholfen“, sagte Sharma, der seinen Wahlkampf allein und ohne politische Unterstützung stemmte. Von den Anwesenden bei der Präsentation des Wahlergebnisses steckte er Anerkennung für seine Leistung und seinen Einsatz ein. „Ich habe mich zur Wahl gestellt, um eine Auswahl zu schaffen“, sagte Sharma. „Was wäre das Ergebnis sonst gewesen?“ Er bedankte sich zudem bei all seinen Wählern, die ihm auf Anhieb bei seinem ersten Versuch ihr Vertrauen entgegengebracht hätten. „Ich habe ja noch einmal die Chance“, sagte Sharma mit Hinblick auf die nächste Bürgermeisterwahl in sechs Jahren. „Jetzt habe ich gelernt, wie es geht.“

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