Das Sonntagsgespräch : „Ich genieße den Umgang mit Menschen und Büchern“

Klaudia Rewald-Flak fördert die familiäre Atmosphäre in der Bücherei.
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Klaudia Rewald-Flak fördert die familiäre Atmosphäre in der Bücherei.

Klaudia Rewald-Flak, Leiterin der Rellinger Gemeindebücherei, im Interview mit shz.de.

shz.de von
11. Februar 2018, 14:00 Uhr

Rellingen | Klaudia Rewald-Flak ist Leiterin der Gemeindebücherei in Rellingen. Im Sonntagsgespräch erklärt sie unter anderem, warum Büchereien so wichtig sind und welche Bücher momentan besonders angesagt sind.

Was macht den Reiz der Rellinger Bücherei aus?
Der persönliche Kontakt. Wir kennen unsere Leser und die Menschen kommen gerne zu uns, nicht nur wegen der Auswahl, sondern weil bei uns auch eine gute Stimmung herrscht. Die familiäre Atmosphäre ist besonders für viele der älteren Kunden von großer Bedeutung. Für sie ist die Bücherei ein wichtiger Teil ihres sozialen Lebens. Wenn wir Bücher nicht vorrätig haben, besorgen wir sie aus anderen Büchereien. Das zeigt, dass wir versuchen, für unsere Leser alles möglich zu machen.

Wie ist der Zuspruch?
Gut, auch wenn es noch besser sein könnte. Es macht sich bemerkbar, dass viele inzwischen anders lesen als früher. Etliche nehmen nicht mehr unbedingt Literatur aus der Bücherei in die Hand, sondern lesen eher online oder tauschen Bücher mit Freunden aus.

Welche Altersgruppen sind besonders stark vertreten?
Es kommen viele zu uns, die älter als 60 Jahre sind. Auch Mütter mit Kindern sind häufig in der Bücherei. Was uns ein wenig fehlt, ist die Altersgruppe von 18 bis 30 Jahren. Die müssen durch Schule, Studium oder Ausbildung meistens so viel lesen, dass sie kaum Zeit und Lust haben, zum eigenen Vergnügen Bücher auszuleihen. Später kehren viele zu uns zurück, auch wegen der eigenen Kinder.

Warum sind Büchereien wichtig?
Gerade in der heutigen Zeit könnten sich viele Bücher sonst gar nicht leisten. Schließlich gibt es nicht nur wohlhabende Familien. Viele sind froh, wenn sie sich Bücher, CDs, DVDs oder Zeitschriften ausleihen dürfen und dafür nur einen geringen Jahresbeitrag zahlen. Diese Möglichkeit ist besonders für Kinder enorm wichtig. Die wollen ständig etwas Neues lesen. Da kommen die Eltern mit dem Kaufen gar nicht mehr hinterher. Die Kleinen genießen zudem die Atmosphäre in der Bücherei und freuen sich, wenn sie viel ausleihen können.

Hat sich die Bücherei in den vergangenen Jahren gewandelt?
Es wird immer mehr Technik eingesetzt. Früher gab es noch Lochkarten beziehungsweise kleine Kärtchen, auf denen alles eingetragen werden musste. Dank der EDV ist nun vieles einfacher. Es werden in den kommenden Jahren noch weitere Verbesserungen erfolgen. So wird sicherlich auch in Rellingen irgendwann in den kommenden Jahren die Onleihe per Internet möglich sein.

Was macht den Reiz Ihrer Arbeit aus?
Ich genieße den Umgang mit Menschen und Büchern. Diese Mischung ist einfach toll. Ich bin immer auf dem Laufenden, was es für neue Bücher gibt und habe Kontakt zu netten Lesern.

Was für Bücher sind besonders gefragt?
Krimis sind gefragt, vor allem die Regionalkrimis sind sehr beliebt. Dazu Ken Follett, Mary Higgins Clark, die Clifton-Saga von Jeffrey Archer, die Schwestern-Reihe von Lucinda Riley - die bekannten Werke und Autoren gehen eigentlich auch bei uns immer.

Lesen Sie selbst auch gerne?
Na klar. Ich lese etwa 50 bis 60 Bücher pro Jahr. Viele Bücher lese ich nur an. Wenn sie mich nach den ersten 80 Seiten nicht gepackt haben, höre ich meistens auf.

Was für Bücher mögen Sie am liebsten?
Auch ich mag sehr gerne Krimis. Besonders gut hat mir in letzter Zeit „Der Pfau“ von Isabel Bogdan gefallen. Dieses Buch kam eigentlich bei allen gut an, von denen ich weiß, dass sie es gelesen haben.

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