zur Navigation springen

Einstiger CDU-Hoffnungsträger von Boetticher : „Ich bereue nichts“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Im „Stern“-Interview spricht er über seine Affäre mit einer 16-Jährigen und seine neugewonnene Lebensqualität.

Es ist ruhig geworden um Christian von Boetticher. Den Appener. Den einstigen Hoffnungsträger der schleswig-holsteinischen CDU. Den einstigen designierten Spitzenkandidaten der Nord-CDU für die Landtagswahl 2012. Das war einmal. Die Liebe zu einer 16-Jährigen zerstörte alle Ambitionen auf ein politisches Spitzenamt, das – so gingen alle Kenner der politischen Szene aus – nicht bei dem Posten des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten geendet hätte. Von Boetticher hätte mittlerweile auch der Bundesregierung als Minister angehören können.

Im August 2011 war das Ende auf der politischen Karriereleiter für den 1,97-Mann besiegelt. Es folgte der tiefe Fall des Kreis Pinnebergers. Der Rückzug ins Private. Von Boetticher arbeitet als Anwalt in Hamburg. Von der politischen Bühne ist er verschwunden. Zumindest von der, die öffentlich wahrgenommen wird.

Politisch aktiv ist von Boetticher immer noch – ehrenamtlich. „Ich bin im Kreisvorstand der CDU in Pinneberg, sitze im Landesvorstand des Wirtschaftsrats der CDU in Schleswig-Holstein und bin Mitglied im Vorstand der Europäischen Volkspartei“, sagte der 43-Jährige in einem Interview mit dem Magazin „Stern“, das in der aktuellen Ausgabe veröffentlicht ist. Allerdings: In den kommenden Jahren habe er nicht vor, in die Politik zurückzukehren. Als Berufspolitiker sei man nie vor 23 Uhr zu Hause. Das Wochenende beschränke sich auf maximal einen Tag. „Jetzt habe ich wieder ein Privatleben und viel mehr Lebensqualität. Außerdem macht mir der Job als Anwalt viel Spaß“, sagte er im „Stern“-Interview. Das Private war ihm auch während seiner politischen Karriere wichtig. Von Boetticher verstand es, die Affäre mit dem Mädchen, das er 2009 über das soziale Netzwerk Facebook kennenlernte, zunächst zu verbergen. Schließlich waren es Partei-„Freunde“, die die Nachricht von der Beziehung mit einer Minderjährigen streuten. Für Von-Boetticher-Gegner in den eigenen Reihen ein gefundenes Fressen. Journalisten werden aus den Reihen der Parteiführung im Sommer 2011 in Kenntnis gesetzt. Auch von einer heimlichen Hochzeit in Las Vegas wird berichtet. Die Beziehung zu dem Mädchen aus Facebook hatte von Boetticher da schon beendet.

Der Hoffnungsträger zog die Reißleine, längst von seinem politischen Ziehvater und Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen und der CDU-Bundesvorsitzenden Angela Merkel fallen gelassen. Von Boetticher trat vor die Presse. Verkündete seinen Rücktritt vom Vorsitz der Nord-CDU und der Spitzenkandidatur. Tränenreich betonte er: Die Beziehung sei keine Affäre gewesen. „Es war schlichtweg Liebe.“

Groll auf die „Verräter“ hegt von Boetticher nicht. Er habe mit der Vergangenheit Frieden geschlossen, sagte er im „Stern“-Interview. Und er steht zu seiner Beziehung mit dem Mädchen. „Ich bereue nichts“, sagte er.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 20.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen