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„Mein Verein“ : Hundert Jahre aus Liebe zum Menschen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der DRK-Ortsverein Rellingen hat aktuell 350 Mitglieder. Wichtige Aufgabe ist die Rettung und Versorgung von Personen in Not wie bei Großbränden in Elmshorn.

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erstellt am 24.Aug.2014 | 11:00 Uhr

Rellingen | „‚Wir folgen Menschen, die Dinge der Sache wegen tun und nicht aus Kalkül‘ – Bei diesem Spruch des Deutschen Roten Kreuzes handelt es sich um einen meiner Lieblingssätze“, sagt Jacob Melchers, Bereitschaftsleiter beim Deutschen Roten Kreuz (DRK)-Ortsverein Rellingen, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Einige der Leitsätze der Rotkreuzbewegung befinden sich, eingerahmt hinter Glas, an den Wänden der Räume in der Schmiedestraße. Melchers ist eines von 350 Mitgliedern des traditionsreichen Vereins.

Schon seit 1914 engagieren sich Menschen in und um Rellingen für das DRK. Der Vaterländische Frauenverein wurde am 31. August als Urzelle des Vereins gegründet. Der DRK-Frauenverein stellte eine weitere Zwischeneinrichtung auf dem Weg hin zum Ortsverein dar. In den frühen Jahren setzten sich die Mitglieder schwerpunktmäßig aus Schwestern zusammen. „Leider gibt es kaum Fotos und Dokumente aus dieser Zeit“, sagt die Zweite Vorsitzende Astrid Neitzel-Schmidt. Die DRK-Ortsvereine erfreuten sich besonders nach dem Krieg eines großen Zulaufs. Die existentielle Notversorgung spielte eine große Rolle. „Eine bedeutende Aufgabe hatte der Suchdienst nach dem Zweiten Weltkrieg“, sagt die stellvertretende Vorsitzende. Es gelang, zahlreiche Familien wieder zusammenzuführen. Noch heute erhalten Suchende bei großen Schadenslagen über das Kreisauskunftsbüro Informationen. So kann ein in Bayern wohnender Sohn nach einer Flutkatastrophe seine Mutter finden. Denn dort ist bekannt, an welchem Ort diese zeitweise untergebracht wurde.

Die Mitglieder engagieren sich heute im sozialen Bereich, im Sanitätsdienst sowie im Katastrophenschutz. Zu den besonderen Institutionen gehören gemischte Bereitschaft, Kleiderkammer, Blutspendedienst, Handarbeits- sowie Tanz- und Sitzgymnastik-Gruppen.

Eine wichtige Aufgabe ist die von der Bereitschaft übernommene Rettung und Versorgung von Menschen in Notsituationen. Bei Vorfällen – wie den Großbränden in Elmshorn – kommt die Bereitschaft zum Einsatz. Sanitäts- und Betreuungsgruppen unterstützen den Rettungsdienst vor Ort. Verpflegung, Kleinkindbetreuung und Unterkunftsbeschaffung: Verschiedene Gruppierungen bemühen sich um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Betroffenen. Zur Bereitschaft Rellingen gehören 24 Mitglieder im Alter von 17 bis 55 Jahren.

Acht Frauen sind für die Kleiderkammer zuständig. Sie nehmen Kleidung entgegen und sammeln sie für Hilfsbedürftige. „Wir haben eine liebevoll gestaltete Kleiderkammer mit dem Charakter eines Secondhandladens“, erläutert Neitzel-Schmidt. Beim Blutspendedienst gibt es fünf Termine pro Jahr. Dort betreuen Mitglieder die Spender. Handarbeitsgruppe, Tanzkreis, Sitzgymnastik und Seniorencafé gehören zum weiteren Angebot. Hinzu kommt das 1976 von Hans-Peter Tank (1942-2008) gegründete Museum für Rot-Kreuz-Geschichte, das mittlerweile vom Kreisverband betrieben wird. Die Finanzierung der ehrenamtlichen Arbeit erfolgt ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Wünsche für die Zukunft? „Wir hoffen sehr neue Jugendrotkreuzler zu finden, um wieder eine neue Gruppe aufzubauen“, sagt der Einsatzleiter. Doch auch andere Mitglieder werden gesucht.

Mein Verein: DRK-Ortsverein Rellingen; Gegründet: 1914; Mitglieder: 350; 1. Vorsitzender: Heike Mora; Bereitschaftsleiter: Jacob Melchers; Adresse: Schmiedestraße 36, 25462 Rellingen; Telefon: 04101-512060; E-Mail: bereitschaftsleitung@drk-rellingen.de; Website: www.drk-rellingen.de
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