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Uetersen : Hundehasser legt Brot mit Rasierklinge aus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Besitzer der Vierbeiner in Uetersen sind beunruhigt. Das Problem - viele Fälle werden gar nicht erst gemeldet.

Uetersen | Sonntagabend: 20.15 Uhr. Während viele schon auf der Couch liegen, dreht Nadine Niclausen aus Uetersen mit ihrem Hund Gismo noch eine Runde um den Block. Als ihr Bullterrier ein altes Brot in einem Gebüsch an der Mühlenstraße sieht, schnuppert er daran. Obwohl zunächst nichts ungewöhnlich scheint, hat sein Frauchen ein schlechtes Bauchgefühl und nimmt das Brot an sich. Als die 39-Jährige ein Stück abbricht, entdeckt sie eine Rasierklinge, vorsichtig in den Teig gedrückt. Ihre Intuition hatte sie nicht getrügt. Jemand hatte den Laib präpariert und dort hingelegt. Schwere innere Verletzungen wären wohl die Folge gewesen, wenn Gismo den Teig heruntergeschluckt hätte.

„Ich war so betroffen, dass mir die Tränen in die Augen gestiegen sind“, erzählt Niclausen. „Das war richtig knapp.“ Mit ihrer Freundin Michaela Reimers (43) sucht sie die Straße nach weiteren Ködern ab, fährt dann zur Polizei. „Die Beamten waren sehr dankbar, weil viele Zeugen sich gar nicht melden“, so Niclausen. Somit würde die Polizei in den meisten Fällen auch gar nicht aktiv. Die 39-Jährige hatte schon häufig davon gehört, dass solche Köder ausgelegt werden. Durch die Presse gingen zuletzt Leberwurst-Happen, die im Krückaupark in Elmshorn ausgelegt wurden. Ein Grund zur Panik bestehe allerdings nicht, sagt Sabine Zurlo, Pressesprecherin der Polizeidirektion Bad Segeberg. Es handele sich um einen Einzelfall, dem die Polizei nachginge. Es gebe aber keine Häufung.

Viele Hundebesitzer informieren sich gegenseitig online. Über soziale Netzwerke werden die Nachrichten schnell verteilt. So auch in dem aktuellen Fall. Reimers stellte ein Foto und die Warnung online. „Die Resonanz war enorm.“ Über 1300 Mal wurde ihr Beitrag bisher geteilt. Sie habe etliche Nachrichten von Tierhaltern bekommen. Die überwiegenden Reaktionen waren Fassungslosigkeit und Wut.

Die Rasierklinge im Brot ist deutlich zu erkennen. (Foto: PT)
Die Rasierklinge im Brot ist deutlich zu erkennen. (Foto: PT)
 

Weil Gismo als Pitbullterrier offiziell zu den Kampfhunden gehört, hat das Paar ohnehin mit Vorbehalten zu kämpfen. „Es ist nicht so leicht mit so einem Hund. Ich bin auch schon bespuckt worden“, berichtet die 39-Jährige. Warum der Täter das alte Brot ausgerechnet an der Mühlenstraße abgelegt hat, darüber lässt sich nur spekulieren. „Es gibt hier viele Hundehalter“, sagt Niklausen. Vielleicht sei er oder sie genervt gewesen von dem Hundekot, den viele beim Gassigehen nicht wegräumen würden. „Der Täter muss sich auf jeden Fall echt Gedanken gemacht haben. Einfach so kann man die Rasierklinge nicht reindrücken ohne sich selbst zu schneiden.“ Manuela Reimers kann sich auf die Tat nach wie vor keinen Reim machen. „So weit reicht mein Verstand einfach nicht.“

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erstellt am 14.Apr.2015 | 14:00 Uhr

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