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Pinneberger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 23:08 Uhr

Jäger fordern : Hunde sollen an die Leine

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Verband fordert Umsicht bei Spaziergängen in der Natur. Wildschweine als Gefahr für Haustiere.

Pinneberg | Die Kreisjägerschaft Pinneberg ruft Hundehalter im Herbst zu besonderer Vorsicht bei Waldspaziergängen mit dem eigenen Tier auf. Denn freilaufende Hunde sind eine Gefahr für das Wild – und aufgeschrecktes Wild für die Autofahrer. Nach Ansicht der Jäger sind einige Regeln zu beachten, wenn es zum Spaziergang in die Natur geht. „Bitte bleiben Sie beim Spaziergang auf den Wegen und lassen Ihren Hund angeleint“, nennt Rainer Bonnhoff, Verbands-Obmann für des Hundewesen, eine der aus seiner Sicht wichtigsten Verhaltensweisen. Schließlich sei der Wald in erster Linie das Zuhause des Wildes. Tiere seien für ungeübte Augen oft nicht leicht zu entdecken und dadurch näher, als man annehme. Hunde als zivilisierte Raubtiere hätten bessere Sinne als der Mensch und es bestehe die Möglichkeit, dass ein Hund seinem natürlichen Jagdinstinkt nachgebe. So werde das Wild unnötig gestört.

Insbesondere Rehe seien empfindlich. Und obwohl Hunde die Rehe meist nicht packen könnten, reiche die Hetzjagd aus, diese empfindlichen Tiere extrem zu stressen. Vor allem in der kalten Jahreszeit könne große Erschöpfung zum Tod führen.

Eine zusätzliche Gefahr: Auf der Flucht könnte ein Reh über eine Straße laufen und den Verkehr gefährden. Bonnhoff sagt: „Haftbar wäre dann der Hundehalter.“ Zahlen zu gerissenen oder zu Tode gehetzten Wildtieren haben die Jäger nicht. „Wenn der Vorfall nicht sofort gemeldet wird, ist er statistisch kaum zu erfassen. Die toten Tiere werden von anderen Tieren gefressen oder verwesen schnell. Jagdpächter beobachten aber immer wieder, wie Hunde Wildtiere hetzen“, sagt Hans Wörmcke, Vorsitzender der Kreisjägerschaft.

Durch den Wald stromernde Hunde bringen nach Ansicht der Jäger nicht nur Wild in Gefahr. Bonnhoff sagt: „Wildschweine sind immer weiter verbreitet und auch im Kreis Pinneberg da anzutreffen, wo man sie früher nicht erwartete.“ Bachen, die weiblichen Wildschweine, würden wegen des guten Nahrungsangebotes teils mehrmals im Jahr trächtig, sodass einige auch im Herbst mit ihren Frischlingen unterwegs seien. Um sie zu schützen, bissen und schlügen sie um sich. Keiler, die männlichen Tiere, besäßen rasiermesserscharfe Zähne und seien „brandgefährlich“. Bonnhoff sagt: „Der Kontakt mit den Wildschweinen kann für den Hund tödlich enden.“

In der Nacht von Samstag, 28. Oktober, auf Sonntag, 29. Oktober, werden die Uhren wieder auf normale Mitteleuropäische Zeit (MEZ) gestellt. Morgendlicher Berufsverkehr und Dämmerung fallen für mehrere Wochen zusammen, das Risiko für Wildunfälle steigt. Die Kreisjägerschaft Pinneberg gibt Tipps: Wild ist oft nicht allein unterwegs. Tauchen Tiere am Straßenrand auf, Licht abblenden, hupen und kontrolliert bremsen. Ist eine Kollision unvermeidbar, Lenkrad festhalten und weiterfahren. Ausweichmanöver können zu schweren Unfällen führen. Nach Zusammenstoß Warnblinkanlage einschalten und Unfallstelle sichern. Tier, falls möglich, mit Handschuhen bergen und an Randstreifen schaffen. Verletzte Tiere nicht mitnehmen oder verfolgen – Verletzungsgefahr für Menschen. Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei schuldig. Einen Unfall sofort der Polizei melden, auch wenn das Tier geflüchtet ist. Nach Unfall Bescheinigung für Kfz-Versicherung ausstellen lassen.
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