Anstoss – Die HSV-Kolumne : HSV-Trainer Christian Titz hat erstmals etwas zu verlieren

Kolumnist Lars Zimmermann.

Kolumnist Lars Zimmermann.

Als er die Hamburger Ende der vergangenen Saison übernommen hatte, erwartete niemand etwas. Das ändert sich in der 2. Liga.

shz.de von
22. Juli 2018, 10:00 Uhr

Hamburg | HSV-Trainer Christian Titz hat bisher unbestritten gute Arbeit geleistet. Doch nun beginnen für ihn die schwierigsten Wochen seiner Amtszeit. Titz hat nämlich in der Zweiten Liga erstmals etwas zu verlieren. Als er die Hamburger Ende der vergangenen Saison übernommen hatte, erwartete niemand etwas – weder vom Team noch vom Trainer. Der Bundesliga-Abstieg schien sowieso besiegelt zu sein.

Dass Titz es schaffte, einer völlig am Boden liegenden Mannschaft noch einmal neues Leben einzuhauchen, war eine bemerkenswerte Leistung, die dem HSV fast noch den überraschenden Klassenerhalt beschert hätte. Dafür reichte es aber  nicht ganz. Dafür gelang es dem Dino mit dem neuen Coach erstmals seit Jahren wieder, die Fans zu begeistern und Aufbruchstimmung zu erzeugen. So wuchs  selbst nach dem Abstieg aus der Ersten Liga die Zahl der Mitglieder.

Titz geht also mit reichlich Vorschusslorbeeren in die neue Saison. Und muss sofort liefern. Von ihm wird erwartet, dass die Mannschaft ansehnlichen Fußball spielt und sich sofort in vorderen Tabellenregionen festsetzt. Klappt das nicht, ist der Kredit ganz schnell aufgebraucht. Wie schnell man gerade als Coach vom Held zum Sündenbock wird, erfuhr nach der Weltmeisterschaft in Russland Bundestrainer Joachim Löw.

Noch spricht nichts dafür, dass es Titz demnächst  genauso geht. Es wäre ihm jedenfalls zu wünschen, dass der HSV-Trainer seinen Weg in Hamburg fortsetzt und erfolgreich ist. Titz ist sympathisch, hat einen klaren Plan, wie seine Mannschaft spielen soll und kann Spieler und Umfeld begeistern. Das konnte man wahrlich nicht von jedem Hamburger Trainer in den vergangenen Jahren behaupten.

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