„Viel zu lang gewartet”-Tour : „Howie” ist wieder da

Spielt gleich zweimal in Hamburg:  Howard Carpendale.
Spielt gleich zweimal in Hamburg: Howard Carpendale.

Howard Carpendale tritt am 14. und 15. März live im CCH auf.

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13. März 2014, 06:00 Uhr

Erst Beatsänger, dann Elvisimitator, schließlich der wohl charmanteste „Zischlaut-Nuschler“ im Schlagergeschäft: Ohne die mediale Präsenz von Howard Carpendale fehlt dem deutschen Showgeschäft eine entscheidende Größe. Das ahnte wohl niemand mehr als „Howie” selbst. Nach dem voreiligen Entschluss, seine Karriere Ende 2003 an den Nagel zu hängen, verkündete der Südafrikaner vier Jahre später mit großem Pathos den Rücktritt vom Rücktritt. Quasi ein „Hey, versuch’s nochmal mit mir”- so der Titel einer Carpendale- Single von 1994. Diese Entscheidung wurde nicht nur von den zahllosen weiblichen Fans des Hühnen mit Begeisterung aufgenommen.

Am Wochenende können sich „Howie“-Fans auf gleich zwei Konzerte im CCH freuen. Die gediegene Mehrzweckhalle am Dammtor ist für den Sänger während seiner 45-jährigen Karriere fast so etwas wie ein erweitertes Wohnzimmer geworden. Wer je ein Konzert des passionierten Hobbygolfers besucht hat, weiß, dass es Carpendale widerstrebt, ausschließlich im seichten Fahrwasser des Schlagers zu segeln. Der Mann mit der Föhnwelle liebt ambitioniertes Entertainment nach US-amerikanischer Schule. Während seiner letzten Tourneen intonierte er Kid Rocks „All Summer long” und Tina Turners „The Best” genauso leidenschaftlich wie Titel von Silbermond oder Peter Maffay. Was nicht heißt, dass die Fans auf Klassiker wie „Ti amo”, „Nachts, wenn alles schläft” oder „Du fängst den Wind niemals ein” verzichten müssen. Der einstige Jugendmeister im Kugelstoßen baut Begleitband und Backgroundsängerinnen mit inszenierten Sketchen in seinen Auftritt ein und liebt das selbstironische Kokettieren mit dem Verblühen des eigenen Charmes. Bei einem Konzert im Stadtpark im Jahr 2008 verlas der inzwischen 68-jährige mit gespieltem Altherrenstolz einen vermeintlichen Fanbrief: „Lieber Herr Carpendale, ich liebe ihre strahlenden Augen, ihr volles glänzendes Haar und ihren durchtrainierten Körper!” Die angebliche Liebeserklärung entpuppte sich jedoch schon bald als Hommage an Sohn Wayne, der sich nach Dreharbeiten für die Serie “Der Landarzt” den Auftritt seines Vaters anschaute.

Für sein neues Album „Viel zu lang gewartet” entschied sich die Schlagerikone mit Blick auf das Komponistenteam bewusst für eine Verjüngungskur. In einem Künstlercamp in einem Berliner Hotel scharte der Altmeister ein Team von 15 jungen Textern und Komponisten um sich. Durch gemeinsames Brainstorming entstand ein Füllhorn an Ideen. Mit dem so entstandenen „Kann mir immer noch in die Augen sehn” beginnt ‘Howie’ jeden Abend der aktuellen Tour. „Ich sollte immer als erstes sagen, wie ich etwas finde. Und ich hatte vorher eine Höllenangst davor zu sagen, das sei grottenschlecht. Aber gleich die erste Arbeit war fantastisch”, erinnert sich Carpendale. Auf der aktuellen Tour erwartet die Fans ein Mix aus Balladen und rockigen Elementen. In einer Talkshow kündigte der Entertainer an, sogar den einen oder anderen Witz erzählen zu wollen.

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