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Verein KEKK : Holm: Kinder erziehen trotz schwerer Krankheit

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Holmer Verein KEKK richtet sich an krebskranke Frauen und Männer, deren Nachwuchs noch nicht volljährig ist. Er bietet eine Plattform für Diskussionen und Beratung.

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2014 | 13:00 Uhr

Holm | Vor etwa acht Jahren ist Leena Molander (46) an Krebs erkrankt. Die Krankheit mit ihren Tücken hat sie erfolgreich bekämpft. Doch genau wie ihre Freundin und frühere Bekannte Dörthe Bräuner hat die Mutter von sechs Kindern gemerkt, wie wichtig es ist – in solchen Krisenzeiten – auf vertrauenswürdige Ansprechpartner und auf ein kompaktes Unterstützungsangebot zurückgreifen zu können. „Unabhängig voneinander haben wir weitere betroffene Eltern gesucht, mit denen wir über unsere Probleme reden können“, erinnert sich Molander. Da sie für ihre Problematik keine geeignete Selbsthilfegruppe fanden, nahmen es die beiden Frauen 2011 selbst in die Hand, in Holm eine solche zu gründen. Teilnehmen darf jeder, erkrankte Eltern wie auch betroffene Angehörige.

Die Gruppe trifft sich an jedem zweiten Montag im Monat in den Räumen der Kirche des Gemeindezentrums in Holm. „Wir haben einen guten Zulauf“, erzählt Bräuner. Die meisten Teilnehmer seien regelmäßig dabei. Der starke Zuspruch sowie die durch Spenden ermöglichte Finanzierung machte es erforderlich, den Verein „Krebskranke Eltern kleiner Kinder“ (KEKK) zu gründen.

Inhaltlich diskutieren die Mitglieder die verschiedensten Themen. Beispielsweise sprechen sie über Nebenwirkungen der Therapie, Ernährung, Psyche und Rehaaufenthalte. „Meistens ist jemand in der Runde, dem es schlecht geht“, erzählt die stellvertretende Vorsitzende Molander. Gemeinsam werde überlegt, wie man den Betreffenden „wieder stabilisieren“ könne. „Mit der Gruppe haben wir einen Raum geschaffen, wo wir Ängste kommunizieren können“, so Bräuner.

Nach und nach wurden die an den Verein herangetragenen Probleme immer vielschichtiger. Deshalb hat sich – aus dem Verein heraus – im September 2013 das Vorhaben „KEKK CARES“ etabliert. „Irgendwann bekamen wir einen Anruf, dass ein Betroffener operiert wird und dringend seine Kinder unterbringen musste“, berichtet die 46-Jährige. Es gelang den Vorsitzenden zahlreiche Familienpaten zu finden, die die Betroffenen zuhause begleiten. Die neuen Ansprechpartner gehen beispielsweise mit den Kindern in den Wald und zum Schwimmen. „Sie sind für das Sahnehäubchen verantwortlich“, erläutert Molander. Wichtig: das Projekt funktioniert unbürokratisch, kostenlos und sehr schnell.

Zukünftiges Ziel von KEKK: Das Projekt im Land Schleswig-Holstein sowie über die Landesgrenzen hinaus zu etablieren. Wenn die Familien Unterstützung brauchen, ist die erste Anlaufstelle zumeist eine der Vorsitzenden: „Wir besuchen die Familien und wissen dann in der Regel sofort, welcher Pate in Frage kommt“, erzählt die Holmerin. Die Kinder nutzen die Möglichkeit häufig, um mit Ansprechpartnern über Probleme zu sprechen. Alle Paten sind über das Rote Kreuz versichert und fortgebildet. Als generelle Faustregel gilt, dass die Begleitzeit nach der Erkrankung drei Monate beträgt.

„Insgesamt bieten wir in unserem Verein das ganze Spektrum von A bis Z“, so Molander. Nach der Therapie gehe es darum, innerhalb der Selbsthilfegruppe einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Dem Verein steht die Trauerbegleiterin Evelyne Uhlenbusch zur Seite. Die Trägerschaft für das Projekt hat das Rote Kreuz übernommen. Die Initiatorinnen haben ein Beratungsstipendium von Startsocial durchlaufen. „Wir wollen Betroffenen die Hand reichen, um sie in schwierigen Situationen nicht allein zu lassen und die Kinder zu stärken“, bilanziert Bräuner.

Mein Verein: Krebskranke Eltern kleiner Kinder (KeKK)
Gegründet: April 2012 (Gruppe existiert seit 2011)
Mitglieder: 7
Vereinsvorsitzende: Dörthe Bräuner
Adresse: Im Sande 8b, 25499 Holm
Telefon: (0 41 03) 89992
E-Mail: kekk-shg@hotmail.de
Website: www.kekk.beepworld.de
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