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Vernissage in Pinneberg : „Hoher Glanz und tiefe Schönheit“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Drostei zeigt ab 15. Februar Bilder des Künstlers Wolfgang Klähn. Thomas Gädeke, der Vize-Direktor des Landesmuseums Schleswig, über die Vorbereitungen der Ausstellung.

Im Oktober wird Wolfgang Klähn 85 Jahre alt. Aus diesem Anlass widmet die Pinneberger Drostei dem Maler, Dichter und Komponisten eine Einzelausstellung. Vom 15. Februar bis 30. März werden im Kreiskulturzentrum unter dem Titel „Himmel und Erde“ etwa 70 Arbeiten des Hamburgers zu sehen sein – darunter Landschafts- und Auferstehungsbilder sowie Bibelzeichnungen der vergangenen 50 Jahre.

Ein Großteil der Exponate stammt aus dem Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum Schloss Gottorf. Thomas Gädeke, Vize-Direktor des Landesmuseums und Kenner des Klähn-Werks, unterstützt die Vorbereitungen für die Drostei-Ausstellung. Mit dieser Zeitung spricht er über den vielseitigen Künstler.

Warum trägt die Ausstellung in der Drostei den Titel „Himmel und Erde“?
Thomas Gädeke: Weil der Titel alle Ausstellungsbereiche abdeckt. Es werden Landschaftsbilder und Bibelzeichnungen in der Drostei zu sehen sein, in denen es jeweils um Himmel und Erde geht. Außerdem gehören Auferstehungsbilder dazu, die den Aufstieg von der Erde zum Himmel thematisieren. Insofern ist der Titel sehr passend.

Was ist der Unterschied zwischen den Bibelzeichnungen und den Auferstehungsbildern?
Gädeke: Die Bibelzeichnungen illustrieren konkrete Stellen im Alten und Neuen Testament. Die Auferstehungsbilder sind hingegen metaphorisch. Sie bieten mehr als nur eine Illustration. In ihnen geht es um Auslegung und Interpretation.

Was ist charakteristisch für Klähns Landschaftsbilder?
Gädeke: Klähn will in seinen Landschaftsbildern die Gesetze von der Entstehung des Lebens und den Kreislauf von Himmel und Erde darstellen. Weil die Natur auf Sylt für ihn eine wichtige Inspirationsquelle ist, zeigen seine Landschaftsbilder Motive dieser Insel. Beispielsweise den Regen, der über dem Meer entsteht, auf der Insel herabfällt und dort für Leben sorgt. Oder die stille Welt des Wattenmeers, die Kinderstube der Tiere. Klähns Landschaften sind jedoch keine reine Wiedergabe von Gesehenem, sondern haben symbolischen Charakter.

Welche Maltechnik benutzt Klähn?
Gädeke: Er benutzt immer Wasserfarben. Selbst komplizierte Figurenbilder, wie die Auferstehungswerke, sind erstaunenswerterweise Aquarelle.

Was will Klähn mit seiner Malerei vermitteln?
Gädeke: Es geht ihm um Inhalte und nicht um ästhetische Leckermäuligkeit. Trotzdem haben seine Bilder hohen Glanz und tiefe Schönheit.

Klähn hat auch drei Lyrikbände geschrieben. Werden Texte vom ihm in der Drostei vorgestellt?
Gädeke: Ja, es werden zwei Bilderrahmen unter den Exponaten sein, auf die der Künstler handschriftlich Gedichte geschrieben hat und die Landschaftsbilder einfassen. Außerdem stehen Bücher mit seinen Dichtungen zum Verkauf.
Während der Vernissage wird eine Musikkomposition von Klähn zu hören sein.
Die Pianistin Andrea Benecke spielt ein Rondo, das Klähn in den 1950er Jahren geschrieben hat. Er hat das Stück komponiert, weil er Mozarts Klavierrondo a-Moll mit dem Köchelverzeichnis 511 besser verstehen wollte. Die Nähe zum Mozart-Rondo klingt in Klähns Stück auch immer wieder durch. Die Vorlage von Mozart, die übrigens während der Vernissage ebenfalls aufgeführt wird, ist für Klähn ein Schlüsselwerk.

Wie sind Sie mit dem Klähn-Oeuvre bekannt geworden?
Gädeke: Ich habe als Student in Südfrankreich Sammler getroffen, die Bilder von ihm besaßen und mich zu sich nach Hause eingeladen haben. Als ich seine Werke dort sah, war ich sofort tief beeindruckt.

Klähn hält sich vom Kunsthandel fern. Ist er deshalb ein Geheimtipp geblieben?
Gädeke: Nein, denn es gibt unglaublich viel Literatur über ihn. Zahlreiche Kunsthistoriker und Museumsexperten haben sich über ihn geäußert. Sein Können hat sich sogar bis in die USA rumgesprochen. Im März werde ich nach New York fliegen, um dort eine Klähn-Ausstellung im deutschen Generalkonsulat zu eröffnen.

Die Vernissage zur Ausstellung „Himmel und Erde“ in der Pinneberger Drostei (Dingstätte 23) beginnt am 15. Februar um 16 Uhr. Thomas Gädeke führt in die Schau ein. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Klähn-Werke sind bis zum 30. März von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet drei Euro, ermäßigt 1,50 Euro.

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