Anstoss – Die HSV-Kolumne : Hoffentlich hat Christian Titz auch einen Plan B

Kolumnist Lars Zimmermann.

Kolumnist Lars Zimmermann.

Die Frage ist, ob der Trainer bereit ist, aus seinen Fehlern zu lernen oder stur an seinen Vorstellungen festhält.

shz.de von
12. August 2018, 10:00 Uhr

Hamburg | Trainer Christian Titz scheint bei der Fußball-Weltmeisterschaft nicht sonderlich genau hingeschaut zu haben. In Russland waren vor allem die Teams erfolgreich, die auf einen echten Mittelstürmer setzten. Sicher hat Titz keinen Harry Kane und noch nicht einmal einen Mario Gomez. Mit Manuel Wintzheimer, Fiete Arp und Pierre-Michel Lasogga stehen aber gleich drei Angreifer im Kader, deren Stärken vor allem im Strafraum liegen. Von dem Trio stand gegen Kiel allerdings keiner in der Startelf. Sie passten offensichtlich nicht in das System des Trainers. Dieses stieß jedoch am ersten Spieltag an seine Grenzen und funktionierte längst nicht so gut wie in der Endphase der vergangenen Saison und in der Vorbereitung.

Bisher klare Spielidee gehabt

Das dürfte auch Titz gemerkt haben. Die Frage ist, ob er bereit ist, daraus zu lernen oder stur an seinen Vorstellungen festhält. Bisher hat der Coach hervorragende Arbeit geleistet und es ist lobenswert, dass er eine klare Spielidee hat. Allerdings schienen gegen Kiel einige Spieler wie zum Beispiel Innenverteidiger David Bates mit dieser Idee überfordert zu sein. Darauf muss Titz reagieren. Gute Trainer zeichnen sich nämlich auch durch Flexibilität aus.

Wenn die fehlt, wird es schwierig. Das erfuhren Bernd Hollerbach und Markus Gisdol, die Vorgänger von Titz. Sie setzten ausschließlich auf eine starke Defensive (Hollerbach) oder schnelles Umschaltspiel (Gisdol). Da weder Hollerbach noch Gisdol über einen Plan B verfügten, wusste jeder Gegner, was ihn erwartet und konnte sich  Gegenmaßnahmen überlegen. Schon das heutige Spiel in Sandhausen wird zeigen, ob Titz im Gegensatz zu seinen Vorgängern einen Plan B hat. Wenn nicht, hat der HSV bald wieder eine Trainerdiskussion.

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