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Pinneberger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 19:48 Uhr

Entscheidung : Höhere Kita-Gebühren abgelehnt

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Bündnis aus SPD, FDP und Grünen lehnt Vorschlag der Stadt Quickborn ab. Verwaltung warnt vor steigendem Defizit.

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2017 | 12:30 Uhr

Quickborn | Der Quickborner Sozialausschuss hat eine Erhöhung der Kita-Gebühren mit den Stimmen von SPD, FDP und Grünen abgelehnt. Gleichzeitig billigten sie eine Veränderung der Sozialstaffel zugunsten von Familien mit geringerem Einkommen und eine Erhöhung der Geschwisterermäßigung. Derweil kündigte die Stadt an, bis Ende des Jahres voraussichtlich jedem bislang noch unversorgten Kind einen Kindertagesstättenplatz zur Verfügung stellen zu können.

Bernd Weiher (CDU) warb am Dienstagabend vergebens um die Zustimmung zu einer Gebührenerhöhung. Dieser Schritt entspreche dem Votum des Gesamtelternbeirats. Darin sind die Vertreter von acht Kindertagesstätten in Quickborn vertreten. Sieben stimmten für eine Erhöhung, eine Einrichtung dagegen. „Wenn wir uns jetzt über das Votum der Eltern hinwegsetzen, können wir uns dessen Sitzungen in Zukunft sparen“, sagte Weiher. Gleichzeitig gab der Unionspolitiker dem Land eine Mitschuld an der schwierigen Haushaltslage der Stadt Quickborn. „Ursprünglich war geplant, dass die Kommunen, das Land und die Kreise je ein Drittel der Kosten für die Kindergärten übernehmen. Allerdings hat sich das Land inzwischen weitgehend aus der Finanzierung zurückgezogen und übernimmt nur noch 18 statt 33 Prozent.“ Quickborn müsse in der Folge jährlich ein Defizit in Höhe von sechs Millionen Euro auffangen. „Wir brauchen die Mehreinnahmen dringend zur Refinanzierung auch der neuen Kindergärten“, sagte er und forderte das Land erneut auf, die Kommunen zu entlasten.

Tatsächlich rechnen auch Fachleute wie Carsten Möller mit einer steigenden Verschuldung der Stadt. „Das Defizit der Stadt im laufenden Doppelhaushalt liegt für den Kindertagesstättenbereich derzeit bei jährlich fünf Millionen Euro und wird sich noch einmal deutlich erhöhen, wenn Ende des Jahres die beiden neuen Kindertagesstätten ihren Betrieb aufnehmen“, sagte der Leiter des Fachbereichs Kindertagesstätten, Ehrenamt und Kultur im Quickborner Rathaus. Der Kita-Bereich werde immer teurer.

Derzeit gibt es in den acht Quickborner Kindertagesstätte im Krippen- und Elementarbereich insgesamt 718 Plätze. Dazu kommen 58 Plätze bei Tagesmüttern und -vätern. Bis zum Ende des Jahres sollen in der neuen Kita Zeppelinstraße 90 und in der Kita Feldbehnstraße 120 Plätze im Krippen- und Elementarbereich hinzukommen. „Dann stehen 986 Plätze insgesamt 1174 Kindern im Alter zwischen null und sechs Jahren gegenüber“, so Möller. Nicht alle seien allerdings auf einen Platz in Quickborn angewiesen. „Wir haben aktuell noch 90 Krippenkinder, die unversorgt sind.“ Damit kann die Stadt spätestens Ende des Jahres die Nachfrage befriedigen. „Die Berichterstattung des Tageblatts vom vorletzten Wochenende ist insoweit zu korrigieren, denn die Relationen stellen sich deutlich anders dar“, sagte der Fachbereichsleiter.

Bei der nun im Ausschuss diskutierten Erhöhung orientiert sich die Stadt Quickborn an den Sätzen des Kreises. Demnach sollen die Eltern für einen Ganztagesplatz im Elementarbereich künftig 300 statt bisher 296 Euro zahlen. Für einen Ganztages-Krippenplatz will die Stadt 450 statt bisher 429 Euro verlangen.

Einigkeit herrschte im Ausschuss dagegen über die Bewertung der neuen Sozialstaffel und Geschwisterermäßigung. Die Sozialstaffel ist eine Ermäßigung der Betreuungsgebühren für Familien mit geringerem Einkommen und soll abgesenkt werden – von 65 auf 60 Prozent. Betroffene Familien zahlen dann also weniger. Die Geschwisterermäßigung für das zweite betreute Kind wird von 30 auf 50 Prozent, für das dritte Kind sogar von 60 auf 100 Prozent erhöht. Damit waren auch SPD, Grüne und FDP einverstanden. Bleibt abzuwarten, wie die Mitglieder der Ratsversammlung am 26. Juni entscheiden.

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