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Aus Kummerfeld in die Musikwelt : Höbke Loof macht ihr FSJK in einem Musikzentrum für Behinderte

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mit dem Chor der Einrichtung singt sie Höbke Loof bald auch in der Elbphilharmonie in Hamburg.

shz.de von
erstellt am 27.Jun.2017 | 16:00 Uhr

Kummerfeld | Am Montag ein Interview mit der Zeitung, danach Probe mit der Band Stille Vann, Donnerstag Veranstaltung und Organisation des Barner 16 Festivals, Freitag Probentag in der Elbphilharmonie mit dem Chor, Sonnabend Chorauftritt in der Elbphilharmonie und am Sonntag Flug nach München zu einem Konzert mit einer von ihr betreuten Band – das ist nicht das Wochenprogramm von Ralph Siegel, sondern die Rede ist von Höbke Loof aus Kummerfeld, die im Barner 16 momentan ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur (FSJK) absolviert.

Das Barner 16 ist ein inklusives Netzwerk professioneller Kulturproduktionen. Musiker mit und ohne Behinderung arbeiten hier zusammen, verschiedene Bands werden betreut: Dazu gehören das Tourmanagement, CD-Aufnahmen, Proben aber auch die Hilfe in der Tagesstruktur für geistig oder körperlich behinderter Menschen, oder solchen mit psychischen Erkrankungen. „Das Beste ist, dass es so abwechslungsreich ist: Ich erlebe hier klassische Behindertenarbeit, Musikbusiness und eigene Banderfahrung in einem“, berichtet Loof.

Nachdem die junge Kummerfelderin selbst an der Musikschule Pinneberg Klarinette und Bassklarinette lernte und auch in einem Chor sang, stieg sie direkt im FSJK in den Barner Chor und die Frauenband Stille Vann ein. Mit Ersterem tritt sie kommenden Sonnabend im Rahmen der „Nacht des Singens“ sogar in der Elbphilharmonie auf. Engagiert war Loof schon immer. Obwohl sie das Pinneberger Johannis-Brahms-Gymnasium besuchte und dort in der Schulbigband und im Symphonieorchester der Musikschule Pinneberg spielte, fand sie noch Zeit, freiwillig in der Kummerfelder Flüchtlingshilfe zu helfen: Dort betreute sie zwei Jahre bis zum Abitur im letzten Jahr Kinder, während deren Eltern Deutschkurse besuchten.

Die bekannteste Band des „Barner 16“ heißt „Station 17“.
Die bekannteste Band des „Barner 16“ heißt „Station 17“. Foto: pt

Statt beim Barner 16 anzufangen, wollte Loof eigentlich nach Kenia und ein Jahr lang Entwicklungshilfe leisten. Doch dort bekam sie keinen Platz in einem Projekt. „Eigentlich war ich aber ganz froh darüber. So lange so weit weg zu sein, war mir dann doch etwas mulmig“, sagt sie lächelnd. Herum kommt sie nun aber auch bei ihrer Tätigkeit im Barner 16, wenn auch nicht ganz bis nach Afrika: Itzehoe, Gießen, Berlin und München sind Stationen, zu denen sie verschiedene Bands schon begleitet hat. Einen Unterschied zu Musikern ohne Handicap gäbe es in der Musikqualität nicht, erläutert Loof. „Zum Beispiel die blinden Musiker haben alle ein absolutes Gehör, das ist fantastisch“, berichtet sie.

Aktuell organisiert Loof mit viel Herzblut das Barner 16 Festival, das am kommenden Donnerstag im Altonaer Monkeys Music Club, Barnerstrasse 16, in Hamburg stattfinden wird. Dort werden sich zwischen 18 und 22 Uhr alle Bands des Barner 16 auf drei Bühnen im Zehn-Minuten-Takt vorstellen. Ab 22 Uhr geht der Abend mit Disco weiter. Wer neugierig geworden ist, kann dort für zwei Euro Eintritt jede Menge Musik erleben. Auftreten wird auch Höpke Loof selbst mit der Band Stille Vann.

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