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Pinneberger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 02:33 Uhr

Kreis Pinneberg : Hochsaison der Mietervereine

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

„Im Herbst und Winter kommen die meisten Anfragen": Die Mitervereine im Kreis Pinneberg haben derzeit Hochkunjuktur. Wohnungsmängel sind in der kalten Jahreszeit besonders spürbar.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Derzeit ist Hochsaison für die Arbeit der Mitervereine im Kreis Pinneberg. „Im Herbst und Winter kommen die meisten Anfragen zu uns“, berichtete Rechtsanwalt Lutz Witt, vom Mieterverein Pinneberg im Gespräch mit dieser Zeitung. „Dieses liegt zum einen daran, dass die meisten Vermieter zum Jahresende hin die jährliche Betriebskostenabrechnung erstellen, zum anderen wirken sich Schäden am Gebäude in der Heizperiode besonders stark aus.“ Undichte Dächer, verzogene Fenster oder eine mangelhafte Wärmedämmung stellten die Mieter dann vor besondere Probleme.

40 bis 50 Beratungen in einer Woche

Zwischen 40 und 50 Ratsuchende würden sich wöchentlich an den Verein wenden, um dort Hilfe zu bekommen. Dabei sei die Gesetzeslage eigentlich ganz einfach: „Der Vermieter muss für den Erhalt der Mietsache sorgen“, sagte Witt. Doch viele Mietverträge würden vorsehen, dass für sogenannte Schönheitsreparaturen in der Wohnungen der Mieter zuständig sei. Allerdings käme es dabei stets auf die Formulierung an, so dass Witt empfiehlt, die betreffenden Regelungen im Vertrag fachkundig prüfen zu lassen.

Sollten in einer Wohnung Mängel auftreten, so sei es ratsam, diese dem Vermieter schriftlich mitzuteilen. „Es reicht nicht aus, den Hausmeister mündlich zu informieren“, sagte Witt. Am besten sei es – „schon aus Beweisgründen“ – eine schriftliche Mängelanzeige an den Vermieter zu schicken und ihm in dieser eine Frist zu setzen, innerhalb der er den Schaden beheben solle.

Vermieter muss umgehend reagieren

Im Falle eines Heizungsausfalls müsse der Vermieter umgehend reagieren. „Das sollte er auch aus Eigeninteresse machen“, sagte Witt. „Schließlich drohen dann auch Schäden am Gebäude, etwa durch platzende Wasserrohre.“ Sollte der Vermieter trotz einer Fristsetzung nicht reagieren, wenn man ihm mitteilt, dass die Heizung ausgefallen ist, dann sei der nächste Schritt, vor Gericht eine einstweilige Verfügung zu erwirken, die dem Vermieter die Wiederinbetriebnahme der Heizung aufgebe. „Eine Reparatur selbst zu veranlassen ist jedoch keine gute Idee. Das Haftungsrisiko ist zu groß“, so Witt.

Eine defekte Heizung, verstopfte Abflussrohre – dabei handelt es sich um Wohnungsmängel, die alltäglich vorkommen und die in der Regel schnell beseitigt werden. Mieter können jedoch auch dann beeinträchtigt sein, wenn der Vermieter Umbau- oder Erneuerungsmaßnahmen im Haus plant oder wenn eine unvorhergesehene Großreparatur ansteht. „Wenn die Wohnung mit einem Mangel belastet ist, ist die Miete Kraft Gesetzes gemindert“, erläuterte Witt. Die Höhe der Mietminderung richte sich danach, wie groß die Beeinträchtigungen sind. „Im Extremfall können das 100 Prozent der Bruttomiete sein, wenn die Räume objektiv unbewohnbar sind“, so Witt. Am besten wäre es in solchen Fällen jedoch, wenn der Vermieter unbürokratisch Hilfe zur Verfügung stellen würde, meinte Witt. Etwa Einkaufshilfen, wenn ein Aufzug längere Zeit ausfallen würde, wie gerade in Barmstedt. „Im Einzelfall kann eine Wohnung ohne Fahrstuhl für Mieter unzumutbar werden“, sagte Witt. Wenn der Vermieter keine Abhilfe schaffe, müsse er damit rechnen, dass sich der Mieter für die Zeit eine Ersatzunterkunft suche, deren Kosten der Vermieter zu erstatten habe. Aber das seien Einzelfälle.

 

 

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