Kreislaufkollaps und Atembeschwerden : Hitzewelle sorgt für volle Notaufnahmen im Kreis Pinneberg

Fünf bis zehn Prozent mehr Notfälle als im Durchschnitt gebe es derzeit im Kreis Pinneberg.

Fünf bis zehn Prozent mehr Notfälle als im Durchschnitt gebe es derzeit im Kreis Pinneberg.

Täglich knapp 20 Fälle mehr in den Krankenhäusern in der Region. Auch Landwirte klagen über die anhaltende Dürreperiode.

shz.de von
02. Juni 2018, 14:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Morgens in kurzen Hosen und T-Shirt aus dem Haus und abends noch bei lauschige 20-Grad-Plus  auf der Terrasse sitzen: Viele Menschen im Kreis Pinneberg genießen den frühen Sommereinbruch. Aber die langanhaltende Hitze und vor allem die Trockenheit haben auch ihre Schattenseiten. So rechnen Landwirte schon jetzt mit Ernteausfällen. Und in den Notaufnahmen landen immer mehr Patienten mit Schwindel, Kreislaufkollaps und Atembeschwerden – typische Anzeichen einer Überhitzung. 

„Zurzeit verzeichnen wir einen Zuwachs von fünf bis zehn Prozent mehr Notfällen als im Durchschnitt aufgrund der Hitzewelle in unseren Notaufnahmen“, sagt Sven Hartmann, Leiter der Zentralen Notaufnahmen der Regio-Kliniken auf Nachfrage gegenüber shz.de. In den drei Notaufnahmen im Kreis – Pinneberg, Elmshorn und Wedel – gebe es derzeit täglich knapp 20 Patienten, die von der Hitze ausgeknockt werden. Betroffen sind laut Hartmann „vornehmlich Menschen mit Herzschwäche, Lungenerkrankungen sowie ältere Menschen“.

Wie vorgebeugt werden kann

Zur Vorbeugung empfiehlt der Chef der Notaufnahmen, „viel zu trinken, beispielsweise Wasser oder ungesüßte Kräutertees, die pralle Sonne zu meiden, luftige und leichte Kleidung zu tragen, dabei aber lange Ärmel und lange Hosen, um die Haut nicht der krebserregenden UV-Strahlung auszusetzen, sowie einen Hut zu tragen“. Und er sichert zu: „Wir wurden und werden den erhöhten Patientenzahlen in den Notaufnahmen jederzeit gerecht.“

Erste Trockenschäden

Auch die Landwirte in der Region leiden unter der Dürre. „Hier wird überall sehnlichst Regen erwartet“, sagt Peer Jensen-Nissen, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Pinneberg und Steinburg. Noch sei die Situation zwar nicht extrem dramatisch, aber „wenn es noch vier, fünf Wochen so trocken bleibt, dann war es das“. Vor allem im Norden des Kreises gebe es bereits erste Trockenschäden. Die Ernte werde höchstens durchschnittlich ausfallen, sagt Landwirt Christof Kirst aus Brande-Hörnerkirchen. Er habe in diesem Jahr bereits den zweiten Grasschnitt gemäht – normalerweise werde Anfang Juni der erste gemacht.

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