„Klimatour Apfel ” : Historische Landschaft und viel Romantik

Ein Storch sucht nach Nahrung.

Ein Storch sucht nach Nahrung.

Der Pinneberger Hans Rutar radelt von Heidelberg nach Haseldorf. Von seinen Erlebnissen berichtet er regelmäßig.

shz.de von
25. April 2019, 15:00 Uhr

Im neuesten Teil der Serie berichtet Hans Rutar von seiner Tour durch die Grube Messel und das Obere Mittelrheintal.

Der Campingplatz liegt im Weinberg hundert Meter über dem Rhein bei Remagen. Die untergehende Sonne spiegelt sich abends im Fluss, zehn Stunden später auf der anderen Seite die Morgensonne. Der Campingplatz liegt im engen Rheintal, dadurch sind die Verkehrsströme eng gebündelt.

Direkt am Flussufer ist meist ein guter Weg für Radfahrer und Wanderer. Auf beiden Flussseiten verläuft eine zweispurige Eisenbahntrasse und eine breite Schnellstraße. Auf dem Fluss begegnen sich die Frachtschiffe. Die weißen hübschen Personenschiffe sind nur bis zum frühen Abend unterwegs gewesen. Die Geräusche kommen nur gedämpft den Hang hinauf. Der Ostervollmond macht die Nachtstimmung hier oben perfekt. So schön kann Camping auf einer Radtour sein.

Autolärm von links, Vogelgesang von rechts

Dieser Abschnitt, das „Obere Mittelrheintal“, gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Originale der mittelalterlichen Burgen sind fast alle zerstört, so steht es im Reiseführer. Allerdings wurden im neunzehnten Jahrhundert aus romantischen Motiven eine Vielzahl dieser Burgen neu aufgebaut. Das macht heute die Romantik der Rheinroute aus. Man fährt durch historische Landschaft und durch ein Weinbaugebiet. Das Schiefergestein speichert die Wärme des Tages.

 

Da ich linksrheinisch am Ufer entlangfahre, kommt der Autolärm auch von meist von links. Quasi zum Ausgleich klingt alle fünfhundert Meter von rechts aus den Auwäldern der Gesang der Nachtigall. Auf einer Löwenzahnwiese sucht ein Storch nach Fröschen, ein Bilderbuchmotiv.

Ein anderes Unesco-Weltkulturerbe lag einige Tage zuvor auf dem Weg, die Grube Messel. Nach einer geologischen Explosion entstand vor 49 Millionen Jahren ein tiefer Krater. Das Regenwasser bildete einen abflusslosen See, der in nur einer Millionen Jahren verlandete. Tief und ganz ohne Strömung blieb der Seeboden sauerstofffrei. Alle Kadaver, Tiere wie Pflanzen, blieben bestens erhalten. In dem Museum in Messel kann man sogar die Flügeldecken von Käfern sehen.

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