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Geschichtswerkstatt : Hinweistafeln für alte Wegmarken

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Kieler Straße hat eine lange Historie, die Quickborns Geschichtswerkstatt jetzt ins öffentliche Bewusstsein rückt.

Quickborn | Es ist nicht viel geblieben von dem einstigen Glamour der Chaussee Altona-Kiel. Die Quickborner Poststation, das grüne Band aus unzähligen Alleebäumen, Granitquaderbrücken mit dem Monogramm des dänischen Königs im Schlussstein, formschöne Meilensteine und Chausseewärterhäuschen mussten in den vergangenen mehr als 150 Jahren dem Aus- und Umbau weichen, mit denen die Bundesstraße 4 oder Kieler Straße mehrfach dem modernen Verkehr angepasst wurde. Vergessen ist die historische Bedeutung der ersten Kunststraße Schleswig-Holsteins deshalb aber nicht. An für die Chausseegeschichte bedeutenden Punkten werden in Quickborn jetzt Infotafeln aufgestellt, um sie stärker ins Bewusstsein zu rücken.

„Die heutige Kieler Straße ist am Reißbrett entstanden. Deshalb zieht sie sich auch schnurgerade durch die Landschaft“, sagt Irene Lühdorff von der Quickborner Geschichtswerkstatt. Frederik VI., König von Dänemark und Herzog von Schleswig-Holstein ließ sie in den Jahren 1830 bis 1832 erbauen, um die Reisezeit von Altona nach Kiel zu verkürzen. Und tatsächlich: Nach der Eröffnung dauerte die Reise mit der Kutsche nicht mehr 16, sondern nur noch neun Stunden. Und weil sie von Anfang an zweispurig geplant und gebaut wurde, mussten entgegenkommende Fuhrwerke nicht mehr ausweichen.

Auch wenn sich die mit der Chaussee verbundenen Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Belebung nur teilweise erfüllten, gelang den Herzogtümern Schleswig und Holstein mit der Straße doch der Sprung in die Moderne. Auch deshalb stehen einzelne Elemente inzwischen unter Denkmalschutz. Dazu gehören unter anderem die Meilensteine, Steinsäulen unterschiedlicher Größe, mit denen die Entfernungen angezeigt wurden. An jeder vollen Meile – in Preußen Maßeinheit für 7,5 Kilometer – stand ein großer, an jeder halben Meile ein kleiner Meilenstein, verziert mit der Krone und den Initialen des dänischen Königs sowie dem Jahr der Fertigstellung. Noch heute sind einige von ihnen an ihrem ursprünglichen Platz zu finden, etwa in Schnelsen, in Bönningstedt, in Hasloh sowie zwischen Quickborn und Bilsen. Zwei von ihnen bekommen je eine Infotafel, ebenso wie das ehemalige Chausseewärterhäuschen in der Kieler Straße 7 und die Bilsener Brücke über die Pinnau. „Zwischen Altona und Kiel werden insgesamt 50 Tafeln aufgestellt“, so Lühdorff. Zurück geht die Initiative auf den Schleswig-Holsteinischen Heimatbund, der sich außerdem um neue Alleebäume für die Straße bemüht. Dabei hofft auch Irene Lühdorff auf Paten, die die Bäume spenden und möglichst drei Jahre lang pflegen.

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erstellt am 14.Jul.2017 | 16:01 Uhr

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