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Pinneberger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 19:28 Uhr

Pinneberg : Hinrichtungen im Urlaubsparadies

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Große Unterschriftenaktion: Die Ortsgruppe von Amnesty International kämpft gegen die Todesstrafe in der Karibik.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Die karibischen Inseln – ein beliebtes Urlaubsziel. Viele Menschen denken zuerst an Palmen, Sandstrände und Reggae. Doch in vielen der Inselstaaten wird noch immer die Todesstrafe vollstreckt. „Die Touristen liegen mit Mixgetränken am Pool und nebenan wird geköpft“, fasst Elke Leipold, Pinneberger Aktivistin von Amnesty International , die Situation in Worte. Zum gestrigen Internationalen Aktionstag gegen die Todesstrafe sammelten die Menschenrechtler in der Pinneberger Rathauspassage Unterschriften gegen Hinrichtungen in Barbados sowie Trinidad und Tobago. Für Mitglied Ludger Fischer ist besonders bedenklich, dass die Todesstrafe in diesen Ländern bei bestimmten Verbrechen – wie Mord – zwingend vorgeschrieben ist. „Selbst bei schuldmindernden Umständen hat das Gericht also keine andere Wahl.“ Auf Trinidad und Tobago sitzen nach Angaben von Amnesty International im Moment 36 Menschen in der Todeszelle. Die letzte Hinrichtung wurde 1999 vollstreckt – das letzte Todesurteil aber 2012 verhängt.


Regierungen erhalten Unterschriftenlisten


Für Fischer und Leipold ist klar: Die Urteile haben keinen Einfluss auf die Häufigkeit von Verbrechen in der Karibik, die Ursachen liegen tiefer. Fischer: „In diesen Ländern gibt es viel Armut, hier müsste man ansetzen, um die Kriminalität effektiv zu bekämpfen.“

Mangelnde Abschreckungs und die Unmöglichkeit, Fehlurteile rückgängig zu machen, sind wichtige Argumente für die Aktivisten, wenn sie mit Passanten diskutieren, die für eine Hinrichtung bei besonders grausamen Verbrechen eintreten. Die Amnesty-Mitglieder lehnen die Strafe aber grundsätzlich ab. „Hinrichtungen sind die unmenschlichste Reaktion auf ein Verbrechen“, so Fischer.

Alle weltweit gesammelten Unterschriften gegen die Todesstrafe werden Ende des Jahres an die Regierungschefs von Trinidad und Tobago sowie Barbados geschickt.

 

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