Flugplatz Heist : Himmlische Projektwoche

Eleni mit ihrem Fluglehrer vor dem Start.
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Eleni mit ihrem Fluglehrer vor dem Start.

Elf Schüler des Rissener Gymnasiums lernen das lautlose Segelfliegen kennen.

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06. Juli 2018, 12:30 Uhr

Heist | Lautlos durch die Luft schweben, den endlosen Himmel über und das satte Grün der Wiesen unter sich. Mit dem Segelflugzeug die Welt aus der Vogelperspektive sehen. Das erlebten elf Schüler des Gymnasiums Rissen auf dem Segelflugplatz in Heist. In ihrer Projektwoche erlernten die Schüler zwischen 14 und 17 Jahren das Segelfliegen.

„Einmal wie ein Vogel durch die Luft gleiten“, so beschreibt der ehrenamtliche Fluglehrer Howard Mills das Segelfliegen. Er selbst ist dem technischen Sport schon lange verfallen und möchte gemeinsam mit seinen Vereinsmitgliedern die Schüler für das Segelfliegen begeistern. Morgens ausführliche Flugtheorie, mittags spannende Praxis – so sieht der Projektalltag aus. Die Schüler sind voller Elan und sitzen am zweiten Tag schon das vierte Mal im Cockpit, natürlich mit dem Fluglehrer als Helfer. Sie bereiten den Start vor, geben Kommandos und heben ohne zu zögern vom Boden ab.

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Die Landebahnen auf dem Flugplatz Uetersen-Heist verlaufen in Ost-West-Richtung. Die Segelflieger starten auf der Nordseite des Flugplatzes. Um dorthin zu gelangen muss man an der Außenseite des Flugplatzes entlang fahren. Und zur Sicherheit: auf keinen Fall dabei abkürzen.

„Vor der Projektwoche habe ich nie über das Segelfliegen nachgedacht. Natürlich gab es auch keine Berührungspunkte im Alltag. Jetzt macht es mir wirklich sehr viel Spaß zu fliegen“, sagt Schülerin Eleni. Sie sitzt ganz selbstsicher im Segelflugzeug und bereitet sich auf ihren nächsten Start vor. „Meine Eltern haben sich schon Sorgen gemacht, aber spannend finden sie es trotzdem“, so Eleni.

Schüler Jordan hatte schon öfter den Wunsch von seinen Eltern gehört, das Segelfliegen doch mal auszuprobieren. „Bisher saß ich aber noch nie im Segelflugzeug. Nach der Projektwoche kann ich mir schon vorstellen, öfter zu fliegen“, sagt Jordan.

Zu der Projektwoche gehört unter anderem der Vortrag eines Flugkapitäns, der seinen Weg vom Segelflugzeug ins Cockpit eines Airbus beschreibt. Auch Unterricht zur Startvorbereitung, die Theorie über das Segelfliegen in einem Doppelsitzer mit Fluglehrer und das Fahren der für den Betrieb notwendigen Autos auf dem Fluggelände sind Programm. Der 18-jährige Flughelfer Jasper hält einen Vortrag und gibt Unterricht in der Segelflugpraxis. Der Schüler bekam vor zwei Jahren einen Gastflug geschenkt und ist seitdem jede freie Minute auf dem Flugplatz und natürlich in der Luft. Er steht kurz vor dem Segelflugschein. „Ich bin jedes Wochenende hier. Mittlerweile darf ich sogar schon allein fliegen“, sagt Jasper. „Wenn es einen erstmal gepackt hat, dann kommt man nicht mehr davon los.“

Der Windenstart ist eine Technik, mit der ein Luftfahrzeug ohne eigenen Antrieb auf eine für den Weiterflug ausreichende Geschwindigkeit und Höhe gebracht wird. Dabei wird es mit einem langen, an einer Winde befestigten Seil in die Luft gezogen. Am höchsten Punkt der Bahn wird die Verbindung zwischen Seil und Luftfahrzeug getrennt und das Luftfahrzeug fliegt frei weiter.

Als dann während der Projektwoche die Flugwinde reißt, ist keiner der Beteiligten nervös, denn auf Situationen wie diese sind die Schüler vom Gymnasium Rissen bestens vorbereitet. Ein Windenriss passiert normalerweise selten und alle Beteiligten nehmen es mit Humor, Die Zeit, in der die Winde repariert wird, nutzen die Schüler als willkommene Mittagspause, umgeben vom idyllischen Naturschutzgebiet.

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