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Pinneberger Tageblatt

18. November 2017 | 18:55 Uhr

Hilfeschrei der Sportfreunde

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sport Fußballverein arbeitet unter unzumutbaren Bedingungen / Kritik am Rathaus / Mitgliederzahlen gesunken

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2017 | 16:00 Uhr

Die Geschäftsstelle hat kein Internet und kein funktionierendes Telefon, ist kleiner als so manches Kinderzimmer und wird gleich von zwei Vereinen genutzt. Die Schränke mussten aus den Kabinen entfernt werden, so dass kein Platz mehr für Trikots da ist. Der Mehrzweckraum darf nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werden, was unter anderem zur ersatzlosen Streichung der Kinderweihnachtsfeier führte. „So wird unser Verein kaputt gemacht“, klagt Bernd Röding, Vorsitzender der Sportfreunde Pinneberg.

Der Verein fühlt sich schon seit Monaten von der Verwaltung schikaniert und will sich deshalb nun mit einem Schreiben an die einzelnen Stadtratsfraktionen sowie an Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg wenden. Röding will Steinberg auch auf das Sportfreunde-Gelände an der Müßentwiete einladen, damit diese sich vor Ort ein Bild machen kann. Und er will Antworten. „Ich kann nämlich nicht nachvollziehen, warum unsere Arbeit so erschwert wird“, klagt der Vorsitzende.

Die Sportfreunde sind ein reiner Fußballverein. Der Schwerpunkt liegt laut Röding auf der Jugendarbeit. Die Sportfreunde wollen auch Anlaufpunkt für Menschen mit kleinem Geldbeutel sein. Die finanzielle Unterstützung der Stadt hielt sich zwar schon seit Jahren in Grenzen. Doch wenigsten ließ man die Sportfreunde ihre Arbeit machen, erklärt Röding. Zumindest in den vergangenen 20 Jahren.

Damit sei es aber inzwischen vorbei. Die Sportfreunde mussten gleich mehrere Nackenschläge verkraften. So belastet den Verein immer noch ein Turnier, das 2014 in der Sporthalle der Theodor-Heuss-Schule ausgerichtet wurde. Die Sportfreunde gingen davon aus, dass sie die Halle kostenlos nutzen und die Eintrittsgelder für die Jugendarbeit verwenden dürfen. Im Nachhinein hätten sie erfahren, dass doch Hallengebühren anfallen. So bescherte das Turnier dem Verein ein Minus von etwa 1000 Euro, das die Sportfreunde nun in Raten abstottern. Damit das möglich ist, würden Trainer auf die ohnehin geringe Aufwandsentschädigung verzichten, so Röding.

Das ist aber nicht der einzige Grund, weshalb der Vorsitzende auf das Rathaus nicht gut zu sprechen ist. „Seit fast einem Jahr werden uns ständig neue Knüppel zwischen die Beine geworfen“, berichtet Röding. Die ohnehin nicht einmal zehn Quadratmeter große und nur spartanisch eingerichtete Geschäftsstelle müssen sich die Sportfreunde seit kurzem mit dem TBS Pinneberg teilen und eine Pacht von monatlich fünf Euro zahlen. „Und der Mehrzweckraum ist jetzt ein Nichtbenutzungsraum“, klagt Röding. Tische, Stühle und sogar eine kleine Küche stünden zur Verfügung. Der Raum dürfe aber bestenfalls für Mannschaftsbesprechungen vor den Spielen, aber nicht mehr für gemeinsame Zusammenkünfte nach dem Abpfiff verwendet werden. Kinderweihnachtsfeiern oder Ehrungen von Ehrenamtlichen sind nicht mehr drin. „Jede Geselligkeit ist tot“, klagt der Sportfreunde-Chef. Er empfindet es als zusätzliche Schikane, dass der gemeindeeigene Fernseher aus dem Mehrzweckraum ebenso wie die Schränke aus den Kabinen entfernt wurden. Die Schränke wurden laut Röding entsorgt, das TV-Gerät an Flüchtlinge verschenkt.

Aufgrund der Probleme sind laut Röding die Mitgliederzahlen gesunken. Die Übungsleiter konnte er bei der Stange halten. „Neue Trainer finde ich unter diesen Umständen aber bestimmt nicht.“ Ihm käme es so vor, als ginge es im Rathaus nur noch darum, den Vereinen mit irgendwelchen Paragraphen das Leben zu erschweren. Das sei ein Zeichen von mangelnder Wertschätzung gegenüber dem Sport und den vielen ehrenamtlichen Helfern, kritisiert Röding. Er erwartet eine Stellungnahme zu diesen angeführten Punkten.


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